Glosse: Die Saft-Kur

Liebes Käsebrot, ich vermisse dich!

Von Mara Schumacher. Neujahrsvorsätze sind bei mir komplett unten durch. Die habe ich schon seit Jahren nicht mehr, weil ich einfach akzeptiert habe, dass ich manchmal eben ein sehr sündiger Mensch bin. Pech. Trotzdem wollte ich mal was ausprobieren: Eine Saft-Kur zum Entgiften des Körpers. Was leider vollkommen in die Hose ging.

Eigentlich ist die Sache total klasse – man trinkt drei Tage lang nur spezielle Säfte und verzichtet auf Kaffee und Alkohol. Feste Nahrung ist tabu. Danach soll man sich total super und gesund fühlen. Die Aktion fing auch echt gut an – schon beim ersten morgendlichen Saft fühlte ich mich wie der absolute Fitness-Guru und spürte förmlich, wie das ganze Gift einfach weggespült wurde. Hach, herrlich! Heißhunger? No way! Ich hatte alles im Griff. 

Haha, die Drei-Tages-Kur ist ja ein Witz – ich trink drei Wochen nur diese wundervollen Säfte und dann könnt ihr alle mal sehen, was für ein gesunder, disziplinierter Mensch ich bin, der immer ein Schlückchen Kohlrabi-Brühe dabei hat! Das dachte ich zumindest ein paar Stunden lang. 

Denn gegen Abend des ersten Tages und nach dem fünften Kohlrabi-Spinat-Rote-Beete-Weizengras-Trunk wurde mir leicht übel und auch ein bisschen schwindelig. Aber es nützte alles nix, Saft Nummer 6 (Kokoswasser) musste auch noch runtergespült werden. Von Kokosgeschmack war allerdings keine Spur – ich schmeckte nur Kanal und mir wurde nur noch schlechter. 

Bah, was für ein Scheiß! Wieso mache ich das überhaut? Wieso quäle ich mich selbst? Ich saß traurig auf dem Sofa, mein Magen knurrte um Hilfe und ich musste sehnsüchtig an ein ordentliches Käsebrot denken. 

Aufgeben wollte ich allerdings auch nicht – welcher Depp bricht die Aktion schon nach einem Tag ab?! Ja, ich natürlich. Operation Saft-Kur war offiziell gescheitert, als ich zum Kühlschrank RANNTE, mir das dickste Käsebrot der Welt schmierte und das Kokoswasser in den Abfluss kippte – da, wo es herkommt und hingehört! 

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Aber eines hab ich gelernt: Saft-Kur? 30 Euro. Mitgliedschaft im Fitnessstudio? 40 Euro. Ein vernünftiges Käsebrot? Unbezahlbar! Und gestorben ist daran auch noch niemand. In diesem Sinne: Frohes Neues Jahr! Macht das, was euch glücklich macht! ❤

Rubriklistenbild: © imago/Ikon Images

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