Eierpunsch hat ordentlich Bumms

Weihnachtsmarkt: Die glühseligen Phasen

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Nach dem Weihnachtsmarkt muss man sich auf einen ordentlichen Schädel einstellen.

Von Mara Schumacher. Jedes Jahr dasselbe Drama: Eigentlich möchtest du nur „ganz gemütlich“ einen (!) Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt schlürfen. Aber wenn es so richtig daneben geht, wachst du am nächsten Morgen in Eierpunsch-Erbrochenem auf. Stelle dich also auf folgende Phasen ein, die du sowieso nicht vermeiden kannst:

Vor dem ersten Glühwein: 

Jammern ist angesagt! „Boa, ist das kalt heute, meine Füße frieren schon ab.“ (Alternativ: „Viel zu warm, das ist gar kein richtiges Weihnachtsmarkt-Wetter“). „Man, ist das voll hier.“ „Die ganzen Leute nerven!“ „Der Glühwein ist auch schon wieder teurer geworden.“ Der klassische Weihnachtsmarkt-Besucher tut erst mal so, als sei er mit Pistole auf der Brust zu einem Besuch gezwungen worden. Alles total blöd.

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Erster Glühwein: 

Der Weg zum Glühwein ist weit. Und anstrengend. Denn bevor du die heiße Tasse endlich in deinen Handschuh-Händen hältst, musst du dich noch durch angetüdelte Menschenhorden kämpfen, die den Weg zum Tresen versperren oder es sich direkt davor gemütlich gemacht haben. Jetzt kannst du endlich nachvollziehen, wie hart der Weg für Frodo nach Mordor gewesen sein muss. Endlich angekommen musst du dich noch möglichst akrobatisch halb über den klebrigen Tresen legen, um vom Personal überhaupt beachtet zu werden. Manchmal hilft es, die Bestellung einfach ins Leere zu brüllen. Wird schon irgendjemand hören. Dann ist es endlich geschafft. Natürlich verbrennst du dir am etwa 1.000 Grad heißen Höllen-Punsch erst mal die Zunge, weil du ein gieriger Geier bist und es nicht abwarten konntest.

Zweiter Glühwein: 

Langsam wird es.. äähm... besinnlich. Ist ja doch ganz muckelig auf dem Weihnachtsmarkt. Nach der zweiten Tasse glühen deine Bäckchen und du siehst aus wie der Zwieback-Junge. Ansonsten siehst du allerdings nicht so niedlich aus, weil man auf dem Weihnachtsmarkt einfach nicht niedlich aussehen kann. Jeder ist dort so dick mit der Alaska-Kollektion von Tchibo eingepackt, dass er wie ein Urmensch auf der Jagd aussieht. Hauptsache warm. Auch die lange Unterhose kommt heimlich zum Einsatz, aber das muss ja niemand wissen.

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Dritter Glühwein: 

Langsam fragst du dich, wieso du eigentlich gefühlte 18 Euro Pfand für die hässliche Tasse bezahlen musst. Die lässt doch kein Mensch mitgehen! Vielleicht ist es jetzt auch mal Zeit für ein anderes Getränk. Vielleicht Eierpunsch mit ordentlich Bumms und Sahne? Oder Kakao mit Amaretto? Feuerzangenbowle? Ach, herrlich. Wenn du dich schon durch die Urmensch-Massen zur Theke stöberst, kannst du neben Eierpunsch ja noch den ein oder anderen Glühwein bestellen. Das nennt man Effizienz.

Vierter Glühwein + alles, was es am Tresen gibt

Deine Gangsicherheit lässt langsam nach, du stolperst dezent umher und so schwappt der halbe Glühwein erst mal volle Kanne auf deine Jacke. Aber Glühwein auf der Jacke ist quasi die Winter-Version von Sand in der Sonnencreme. Es gehört einfach dazu. Als du den Eierpunsch hinterher trinkst, wird dir etwas übel. Aber natürlich nicht, weil du zu viel getrunken hast und die Sahne jetzt nicht so gut kommt, neee! Du hast einfach nur Hunger, total logisch. Also ab zur Schmalzkuchen-Bude, damit du die Glühwein-Flecken auf der Jacke noch mit ordentlich Puderzucker dekorieren kannst.

Fünfter Glühwein: 

Ah, die fettigen Schmalzkuchen taten echt gut. Jetzt wird es wirklich Zeit, ein paar sinnlose Sachen an den vielen tollen Ständen zu kaufen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Frühstücks-Holzbrettchen mit Pferdemotiv? Oder mit Gewürzen und Nüssen für 28 Euro, die du prima im Küchenschrank verrotten lassen könntest? Total klasse! Man gönnt sich ja sonst nix. Außer den sechsten Glühwein.

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Sechster Glühwein: 

Junge, Junge, langsam siehst du nicht mehr aus wie der süße Zwieback-Junge, sondern wie ein besoffener Grinch. Hihi. Hicks. Was soll's. Plötzlich wird die letzte Runde eingeläutet. Panisch rempelst du dich wie ein Bulldozer nochmal zur Glühwein-Bude und knallst dein letztes Geld auf den Tresen. „Mach noch mal eben 'ne Runde!“ Wie durch ein Tentakel-Wunder schaffst du es, acht Gläser auf einmal durch die Gegend zu manövrieren. Die sind natürlich nicht alle für dich. Deinen Freunden gibst du ausnahmsweise auch was ab. Falls du die im Gewühl überhaupt wiederfindest.

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Siebter Glühwein: 

Die Besinnlichkeit ist vorbei, deine glasigen Augen finden den Glühwein-Becher plötzlich total klasse. „Scheiß auf die 18 Euro Pfand, den lass ich mitgehen!“ Der Tassen-Diebstahl ist schließlich der kriminelle Klassiker eines jeden Otto-Normal-Weihnachtsmarktbesuchers. 22 Uhr, die Lampen sind an, der Markt ist vorbei. Mit Gewürzen, Holzbrettchen, deiner tollen Tasse, ziemlich viel Alkohol im Blut und Sahne im Hirn machst du dich auf den Weg. Wohin? Na, zum Absacker-Bierchen in die nächstbeste Kneipe natürlich!

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Der nächste Morgen 

Du kannst nicht fassen, dass du tatsächlich Eierpunsch und auch noch Bier getrunken hast. Dein Kater, der sich immer weiter zur Raubkatze entwickelt, ist allerdings der Beweis dafür. Dein Holzbrettchen für 24,95 Euro hast du natürlich verloren und aus deiner Jacke ist ein klebriger Klumpen geworden. In deiner Hosentasche findest du eine angebissene Bratwurst. Wo kommt die denn her? Wie ein gefallener Engel liegst du im Bett und schwörst dir, nie wieder zum Weihnachtsmarkt zu gehen. Ist ja eh viel zu voll, teuer und kalt. Wobei najaa, nächsten Freitag vielleicht wieder.

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