11.11.18

Aldi, Lidl & Co.: "Singles' Day" soll in Deutschland Verbraucher zum Shoppen locken

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Singles' Day in China.

Der Online-Aktionstag "Singles' Day" am 11.11. wird für deutsche Händler und Markenhersteller immer wichtiger. Erfahren Sie hier mehr dazu.

Nivea-Produzent Beiersdorf etwa erwartet für die Kosmetikmarke in China den "umsatzstärksten Tag des Jahres mit neuen Rekordzahlen", wie eine Sprecherin der "Wirtschaftswoche" sagte. Bei Aldi Süd wird der "Singles' Day" laut Bericht als "ein wichtiger Meilenstein", beurteilt. Der Discounter verkauft dort seit gut einem Jahr Produkte über einen Onlineshop.

"Singles' Day": Am 11. November werden Kunden gelockt

Aldi Süd plane am 11. November eigens den Vertriebsstart einer Hautpflegeserie, um Kunden zu locken. Auch Wettbewerber Lidl, online in China auf Plattformen wie JD.com und Alibabas Tmall präsent, spricht laut "Wirtschaftswoche" von einem "wichtigen Tag", um neue Kunden zu gewinnen.

Beim Modekonzern Hugo Boss heiße es, der "Singles' Day leiste einen "wichtigen Beitrag für unser Geschäft in China". Auch Anbieter wie Haribo, windeln.de oder der Kindermodehändler Jako-o wollen sich laut "Wirtschaftswoche" mit Rabatt- und Marketingaktionen beteiligen.

Der "Singles' Day" war 2009 von Chinas Online-Händlern als Gegenstück zum Valentinstag und nach dem Vorbild des "Black Friday" der US-Internetwirtschaft ins Leben gerufen worden; er liegt wegen der vier Einsen in Folge auf dem 11.11. Mit Sonderangeboten sollen die vielen Unverheirateten des Landes über ihre Einsamkeit hinweggetröstet werden. Er ist der umsatzstärkste Einkaufstag in China.

"Singles' Day" soll auch in Deutschland die Verbraucher zum Shoppen verlocken

Wir kaufen Blumen zum Valentinstag, besorgen Kostüme, Kürbisse und Kaubonbons für Halloween und gehen auf Schnäppchen-Jagd im Internet am Black Friday. Was aus Sicht des Handels so gut funktioniert, bietet die Chance auf mehr: Zahlreiche Anbieter in Deutschland und anderen Ländern rufen am 11.11. mit Aktionen und Rabatten zum Mega-Shopping im Netz auf - denn am 11. November ist "Singles' Day".

Den Blumenstrauß zum Valentinstag erfanden angeblich die Floristen, der Brauch, am 31. Oktober etwas Süßes zu geben, kam vor etlichen Jahren aus den USA. Black Friday heißt der Tag nach dem US-Erntedankfest Thanksgiving, in den Vereinigten Staaten startet dann das Weihnachtsgeschäft.

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In Deutschland kennen den Tag erst rund 13 Prozent der Verbraucher, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des IFH Köln in Zusammenarbeit mit Ebay Deutschland unter 500 Internetnutzern ergab. Doch immerhin fast 33 Prozent der Befragten sagten, dass sie Rabatte und Aktionen am "Singles' Day" in diesem Jahr das erste Mal nutzen würden, und weitere fast 36 Prozent gaben an, das könnten sie sich künftig vorstellen.

"Der Tag liegt gut", sagt Anna Werth, Leiterin der Marktplatz-KIX-Erhebung am IFH. Sechs Wochen vor Weihnachten seien die Konsumenten ausgabefreudiger, die Umsätze im Handel sowieso sehr hoch.

Die Händler, die beim "Singles' Day" mitmachen, täten dies aber auch, um Neukunden zu gewinnen - zumindest die kleineren, unbekannteren. Ein Drittel der vom IFH befragten rund 200 Onlinemarktplatz-Händler gaben an, ihrer Meinung nach werde die Bedeutung des "Singles' Day" in den kommenden fünf Jahren zunehmen.

In Deutschland gibt es am 11. November starke Konkurrenz: Die katholische Kirche feiert den Martinstag - überall in Deutschland ziehen Kinder mit Laternen durch die Straßen. Und in den Karnevalshochburgen wird um 11.11 Uhr die neue Session eröffnet.

Der Handel hat da laut IFH-Expertin Werth keine Bedenken: Der Martinstag sei ein Tag für Familien, der Karneval regional begrenzt. Und: "Die Konsumenten nutzen Rabattaktionen unabhängig von der Frequenz anderer Aktionen", sagt sie.

Verbraucherschützer raten - wie immer bei solchen Aktionen - dazu, sich nicht blenden und nicht hinreißen zu lassen. "Wir empfehlen Preissuchmaschinen, mindestens zwei, zum Preisvergleich", sagt der Sprecher der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Georg Tryba. Bei Stichproben zeige sich immer wieder, dass Rabatte nicht so hoch seien wie angenommen. Sie würden etwa auf die Unverbindliche Preisempfehlung (UVP) gegeben, an die sich kaum ein Händler halte.

Von "kleinen psychologischen Werkzeugen" wie einer ablaufenden Uhr oder Angaben zu eine begrenzten Menge des gewünschten Artikels sollten sich Verbraucher nicht unter Druck setzen lassen. Wer aber meint, unbedingt sofort zuschlagen zu müssen, hat ein Widerrufsrecht, das mindestens 14 Tage lang gilt. Viele Händler bieten auch eine Stornierung Minuten oder auch noch Stunden nach dem Kauf an, sagt Tryba. "So kann man erstmal kaufen ohne Kosten und Konsequenzen."

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AFP

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Alles muss raus: "Sale"-Schilder wie dieses gibt es in der Vorweihnachtszeit in den USA fast überall zu sehen. Foto: Verena Wolff
Alles muss raus: "Sale"-Schilder wie dieses gibt es in der Vorweihnachtszeit in den USA fast überall zu sehen. Foto: Verena Wolff © Verena Wolff
Schlangestehen zur Geisterstunde: Am Black Friday öffnen viele Geschäfte in den USA schon um Mitternacht - oder sogar noch früher. Foto: Verena Wolff
Schlangestehen zur Geisterstunde: Am Black Friday öffnen viele Geschäfte in den USA schon um Mitternacht - oder sogar noch früher. Foto: Verena Wolff © Verena Wolff
Preissturz: Solche Rabatte sind am Black Friday in den USA eher die Regel als die Ausnahme. Foto: Verena Wolff
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