Geheimnisvolles Spiel

„Mein Kunst-Stück“ mit Angela Kolter und ihrem Werk „Part de deux“

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„Part de deux“ heißt das in Arcyl-Mischtechnik entstandene Werk, das Angela Kolter in unserer Serie präsentiert. Das Bild sei ein Spiel mit den Elementen von Paarung und Teilung, sagt die Künstlerin. 

Bremen - Von Ilka Langkowski. „Part de deux“ (Teil von Zwei) heißt Angela Kolters Bild, das sie in unserer Serie „Mein Kunst-Stück“ vorstellt. Zusammengehörigkeit und Getrenntsein macht die Bremerin auf der Leinwand zum Thema.

„Es verbirgt etwas und hat auch für mich immer noch ein Geheimnis“, sagt Angela Kolter über „Part de deux“. Das Bild sei ein Spiel mit den Elementen von Paarung und Teilung. Das Werk in Acryl-Mischtechnik entstand 2005 und Kolter kann sich nur schwer von ihm lösen. „Es war bereits auf einigen Ausstellungen, und jedes Mal war ich froh, dass es noch da ist. Das habe ich bei den anderen Bildern nicht“, sagt die Künstlerin. Sie hängt auch an anderen Bildern. „Denn was mir nicht gefällt, wird gar nicht erst gezeigt.“

Das Besondere an den eigenen Bildern sei, dass man mit jedem Bild etwas lerne, auch über sich selbst, sagt die Künstlerin. Denn die Entstehung eines Bildes ist ein Prozess, der auch mit dem Leben zu tun habe. Da Kolter nicht nach einem fertigen Konzept zu arbeiten beginnt, entwickelt sich das Bild während des Malens. Dabei kommt es zu immer neuen Veränderungen und Farbschichten. Die Farbgebung, oft in Sandfarben oder Grautönen, entlehnt Kolter der Natur. „Ich habe lange im Außenraum und mit Fundstücken gearbeitet. Die Farben in der Natur sprechen mich an.“ Kolter mag die Nuancen und gebrochenen Farben, die man beispielsweise am Meer und am Strand findet.

Dass sie einen künstlerischen Weg beschreiten will, wusste die 1957 in Oldenburg geborene Malerin früh. Sie entschied sich für die Fachoberschule für Grafik und wollte in die Werbung. Dann sattelte sie um auf freie Kunst. Diese Entscheidung traf sie auch gegen den guten Rat der Eltern.

Kolters künstlerischer Alltag besteht aus der Produktion im Atelier, Organisatorischem und dem Broterwerb durch Malgruppen, Kurse und Unterricht. „Das Lehren ist artverwandt und macht mir mittlerweile fast ebenso viel Spaß wie das Malen“, sagt sie. Das Unterrichten führt dazu, dass die Wahlbremerin eher in Intervallen arbeitet. Immer wenn Zeit ist, geht sie ins Atelier. „Es geht also nicht nur danach, wann ich Lust habe, zu malen oder wann mich die Muse küsst.“

Eine Herausforderung des Künstlerlebens sei es, sich selbst zu managen. „Viele mögen denken, der Künstler sitzt halt im Atelier und malt. Aber man muss sich außerdem um Ausstellungen kümmern, auf Ausschreibungen bewerben, Fotos machen, Bilder verschicken und so weiter. Mittlerweile werde das Thema der eigenen Vermarktung auch an den Hochschulen vermittelt. Für die Arbeit selbst sei es wichtig, dass man sich immer wieder öffne, um schöpferisch zu sein. Da müsse man auch mal zu einer anderen Sache springen, um wieder kreativ zu werden. Heute geht die Künstlerin mit diesem Druck gelassener um.

Ob wir Kunst brauchen? „Unbedingt. Ich brauche sie, um auszudrücken, was ich mit Worten nicht auszudrücken schaffe. Kunst berührt Menschen auf ganz unterschiedliche Weise. Manchen hat ein Bild zu wenig Farbe, manche träumen sich in die Bilder hinein, andere interpretieren viel. Für mich ist die Kunst lebensnotwendig.“

Zu den Künstlern, die für Kolter besonders bedeutend sind, zählen Joseph Beuys (1921 bis 1986) und der spanische Maler und Bildhauer Antoni Tàpies (1923 bis 2012). Beuys habe einen verrückten Kunstbegriff geprägt, sagt die Bremerin. „Erst habe ich ihn überhaupt nicht verstanden, später um so mehr. Ihn zu verstehen, war eine kleine Reise.“ An Tàpies’ Werken gefällt Kolter, dass sie sehr schlicht seien und verstärkt über das Material sprächen.

Wenn Kolter jemandem ein Bild als Botschaft schicken sollte, dann würde sie eine Wandinstallation mit vielen Papierschiffchen an alle adressieren, die sich so sehr gegen geflüchtete Menschen wehren. „Als Menschen sind wir verpflichtet, zu helfen, auch wenn es nicht einfach ist.“

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