Update: Lenkräder und Bordcomputer im Fokus

Razzia gegen organisierte Kriminalität in Bremen: Polizei spricht von sieben Beschuldigten

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Bei der Razzia sind auch Autos beschlagnahmt worden.

Bremen - Rund 400 Beamte der Bundespolizei führten am Donnerstagmorgen zahlreiche Durchsuchungen und Zugriffsmaßnahmen im Bremer Stadtgebiet durch. Auch Spezialkräfte der GSG-9 waren im Einsatz. Es geht um Autoteilediebstahl in Millionenhöhe.

+++Update 15 Uhr: Polizei geht gegen sieben Beschuldigte vor

Gegen insgesamt sieben Beschuldigte haben die Einsatzkräfte am Donnerstagmorgen Durchsuchungsbeschlüsse und Haftbefehle vollstreckt, teilt die Polizei am Nachmittag mit. Sie stehen im Verdacht, neuwertige Ausrüstungsgegenstände und Bedienelemente aus Autos ausgebaut und verkauft zu haben. Die Vorwürfe lauten schwerer Bandendiebstahl und gewerbsmäßige Hehlerei.

Seit November 2017 stellte die Bundespolizei einen klaren Anstieg bei der Entwendung von Fahrzeugteilen in Bremen fest, die in Neuwagen verbaut waren. Während der Taten schnitten die Beschuldigten offenbar bei geschlossenen Transportwagen die Faltenbälge zwischen den Wagen auf und richteten erheblichen Sachschaden.

Nach Razzia: Männer werden Haftrichter vorgeführt

Umfangreiche Ermittlungen führten zur Spur der Diebesbande und der Hehler, die die Lenkräder über Plattformen im Internet weiterverkauft haben sollen. 

Da es Hinweise auf Gewaltbereitschaft und Waffenbesitz mehrerer Beschuldigter gab, kamen auch Spezialkräfte der Bundespolizei zum Einsatz. Die drei festgenommenen Männer befinden sich in Gewahrsam und werden dem Haftrichter vorgeführt.

Bei der Razzia am Donnerstagmorgen sind auch Autos durchsucht worden.

Die Auswertung der gesicherten Beweismittel dauert an. Die Bundespolizei warnt vor dem Erwerb von sicherheitsrelevanten und angeblich neuen Autoteilen via Internet - insbesondere bei ungewöhnlich niedrigen Teilen und nicht autorisierten Händlern sei Vorsicht geboten.

+++ Update 11.40 Uhr: Neue Details +++
Die drei Beschuldigten, die festgenommen wurden, sollen von Oktober 2017 bis September 2018 auf Transportzügen hochwertige Autos aufgebrochen und daraus Multifunktionslenkräder und Bordcomputer entwendet haben.

Über den Wert der erbeuteten Teile liegen seitens der Polizei nur Schätzungen vor. Es soll bei etwa 600.000 Euro liegen. Der außerdem entstandene Schaden an den Fahrzeugen liegt laut Staatsanwaltschaft bei rund zwei Millionen Euro.

Razzia startet gegen 6 Uhr

Die Aktion werde im Auftrag der Bremer Staatsanwaltschaft durchgeführt, teilt die Bundespolizei am Morgen mit. Die Durchsuchungsbeschlüsse begründeten sich auf den Verdacht des organisierten Transportgutdiebstahls auf dem Gebiet der Bahnanlagen. Gegen drei Personen konnten bereits Haftbefehle vollstreckt werden.

Konkret werde den Beschuldigten der groß angelegte Diebstahl von hochwertigen Autoteilen am Bremer Güterbahnhof vorgeworfen, die auf der Schiene transportiert werden sollten. Dadurch entstand ein Schaden in Millionenhöhe, erklärte Angelika Kubik, Pressesprecherin der Bundespolizei.

Der Vorwurf: Organisierter Diebstahl von hochwertigen Autoteilen.

Gegen 6 Uhr am Morgen begannen die ersten Durchsuchungen von Wohnungen im Stadtgebiet, woran auch Spezialkräfte der GSG-9  beteiligt waren, so die Pressesprecherin.

Bremer Razzia: Lange Ermittlungen im Vorfeld

Diese Aktion sei durch ein längeres Ermittlungsverfahren der Bundespolizei, konkret durch die Stelle für Kriminalitätsbekämpfung in Hamburg, ermöglicht worden, sagte Kubik. Die Ergebnisse der umfangreichen Ermittlungen seien der Staatsanwaltschaft Bremen als federführende Behörde übergeben worden. Diese ordnete die Hausdurchsuchungen und Haftbefehle an.

Die Zuständigkeit der Bundespolizei ergibt sich aus den Tatorten auf Bahnanlagen, bestätigt die Pressesprecherin. Die Maßnahmen sind am späten Vormittag beendet worden.

Razzia gegen organisierte Kriminalität in Bremen

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Rund 400 Polizisten waren im Einsatz. © Christian Butt
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Rund 400 Polizisten waren im Einsatz. © Christian Butt
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Rund 400 Polizisten waren im Einsatz. © Christian Butt
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Rund 400 Polizisten waren im Einsatz. © Christian Butt
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Rund 400 Polizisten waren im Einsatz. © Christian Butt
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Rund 400 Polizisten waren im Einsatz. © Christian Butt
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Rund 400 Polizisten waren im Einsatz. © Christian Butt
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Rund 400 Polizisten waren im Einsatz. © Christian Butt
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Rund 400 Polizisten waren im Einsatz. © Christian Butt
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Rund 400 Polizisten waren im Einsatz. © Christian Butt
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Rund 400 Polizisten waren im Einsatz. © Christian Butt
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Rund 400 Polizisten waren im Einsatz. © Christian Butt
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Rund 400 Polizisten waren im Einsatz. © Christian Butt

Im Tagesverlauf werde es eine gemeinsame Mitteilung der Staatsanwaltschaft Bremen und der Bundespolizei geben, heißt es weiter.

jdw/Mit Material der dpa

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