Rat beschließt Bebauungsplan als Satzung

Schwaförden schluckt die Kröte: „Im Südfeld“ bekommt Regenrückhaltebecken

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Der Geltungsbereich des Bebauungsplans „Im Südfeld“ umfasst 35 433 Quadratmeter.

Schwaförden – Die Sitzung des Rates der Gemeinde Schwaförden am Donnerstagabend im Dorfgemeinschaftshaus war eigens anberaumt worden, um den Bebauungsplanentwurf „Im Südfeld“ als Satzung zu beschließen. Mit einem ungeliebten, aber seitens des Landkreises Diepholz geforderten Regenrückhaltebecken für die Oberflächenentwässerung.

„Es gäbe vermutlich auch eine andere Lösung – aber das würde bedeuten, dass wir mit der Planung neu anfangen und noch mal ein knappes Jahr ins Land streichen lassen müssten, um das zum Abschluss zu bringen“, begründete Gemeindedirektor Helmut Denker, warum sich die Ratsmitglieder im Dezember geeinigten hatten, nun doch wie vorgegeben zu verfahren. Den Ratsmitgliedern schwebte ein Anschluss über eine längere Strecke an die vorhandene Oberflächenentwässerung vor. „Wir hatten eine Alternative aufgezeigt, die nach meiner Meinung sehr gut und ökologisch sinnvoll gewesen wäre“, befand Ratsherr Peter Braunert. „Ich finde es äußerst bedauerlich, dass uns der Landkreis da nicht unterstützt hat. Wir sind nicht die Befehlsempfänger des Landkreises, haben durchaus auch unsere eigenen Ideen – und das hätte sich alles im gesetzlichen Rahmen bewegt.“

„Wenn ich in der Kostenschätzung sehe, dass dieses Rückhaltebecken 80.000 Euro kosten soll, dann weiß ich nicht, wie lange die da mit der Bodenabfuhr beschäftigt sein wollen“, ärgerte sich Bürgermeister Wilfried Schlichte, „damit hätten wir dreimal den Planer bezahlen können.“ Der Kreis sei Dienstleister der Kommunen, „wir finanzieren die, und die blockieren uns. Diese Sturheit bei einigen Mitarbeitern des Landkreises ist kaum noch zu ertragen.“

Der Satzungsbeschluss fiel einstimmig. Der Rat setzte auch die Erschließungsmerkmale fest, analog zum Baugebiet „Westerkämpe“ – die Investitionskosten für die Erschließung belaufen sich laut grober Kostenschätzung auf 1.060.000 Euro, was laut Helmut Denker, umgelegt auf die Flächen, brutto rund 36,50 Euro pro Quadratmeter ergäbe. Mit einem Quadratmeterpreis von 1,36 Euro stehe der gemeindeeigene Grund „in den Büchern“, sei damit deutlich unterbewertet. Ratsherr Gerd Göbberd sprach sich dafür aus, das Baugebiet, das angesichts der Nähe zu Kita und Krippe sehr attraktiv sei, nicht in Teilen, sondern gleich komplett zu erschließen – im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit mit anderen Kommunen plädierte er dafür, beim Preis die „40-Euro-Schallmauer“ nicht zu durchbrechen. Die Kompletterschließung biete den den Interessenten auch gleich ganz andere Möglichkeiten, sich ein Grundstück auszusuchen, ergänzte Peter Braunert. Und: „Wir sind auf dem Lande nun mal nicht in einem Hochpreisgebiet, wir sollten zusehen, dass wir möglichst viele Grundstücke möglichst schnell veräußern.“ Einstimmig legte der Rat den Quadratmeterpreis auf 37,50 Euro fest. 

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