Ein Bauwerk auf dem Schienenweg

Letzte der neuen Brücken „schwebt“ an ihren Platz

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Die Brücke hat den ersten von 25 Metern Strecke hinter sich.

Sulingen - Geduldig stehen knapp 20 Zuschauer am Freitagnachmittag am Rande des Geschehens und warten auf den großen Moment: Die neue Eisenbahnüberführung im Zuge der Kornstraße/„Hinter der Trahe“ in Sulingen, die seit Ende April neben ihrer über 100 Jahre alten Vorgängerin gebaut wurde (wir berichteten), soll auf Schienen rund 25 Meter an ihren Bestimmungsort gleiten.

„Der eigentliche Vorgang dauert zwischen 30 und 45 Minuten“, prognostiziert Projektleiter Jan Heeschen von der DB Netz AG. Er muss es wissen, schließlich ist diese Eisenbahnbrücke die letzte der sieben, die die Deutsche Bahn auf der Strecke Bassum-Sulingen-Rahden auf dem Abschnitt zwischen Sulingen und Diepholz erneuert hat, die noch nicht platziert ist. 

Am Vormittag war die in Klein Lessen in die Lücke im Bahndamm gesetzt worden, die der Abriss des alten Bauwerks hinterlassen hatte. Das lief laut Heeschen reibungslos – im wahrsten Sinne des Wortes. An der Kornstraße bekommen die montierten Schienen gerade mit einer Flex „Feinschliff“ an den Übergängen der Elemente, anschließend ist eine handelsübliche Gartengießkanne das Mittel der Wahl, um ein spezielles Öl aufzubringen. Auf dem Laufen die vier Stempel, die das gut 360 Tonnen schwere Bauwerk per Stickstoffdruck anheben, es „schwebt“ also sozusagen.

Anwohner Frank Mathias knipste die Baustelle per Drohne. - Foto: Mathias

„So, jetzt bewegt sie sich“, signalisiert Jan Heeschen kurz nach 17 Uhr den Schaulustigen. „Ah, es geht gleich los?“, fragt eine Dame nach. „Es läuft schon.“ Aus der Entfernung muss man wirklich ganz genau hinsehen, um das mitzubekommen.

Nach der „rasanten Fahrt“ geht es nicht etwa ins Wochenende: Sofort wird damit begonnen, den Bahndamm beidseitig der Brücke wieder „aufzufüllen“, und dann werden die Gleise über die Brücke verlegt, kündigt der Projektleiter an. „Am Montagmorgen um 3 Uhr soll die Eisenbahnstrecke wieder befahrbar sein.“ Und die Straße unter der Brücke bis Ende des Jahres. Damit wird das Sechs-Millionen-Euro-Projekt (alle sieben Brücken) der Bahn abgeschlossen sein. Ein Zuschauer erzählt: „Ein Bekannter, der beim Beladen der Schwefelzüge in Barenburg arbeitet, hat mir gesagt, dass damit wahrscheinlich in zwei Jahren Schluss ist...“ 

ab

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