Schilder nicht immer eindeutig

Verkehrszeichen sorgt für Verwirrung

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Gerne als Abbiegespur missbraucht wird die Sperrfläche auf der Nienburger Straße.

Eine ungewöhnliche Situation erlebte Fahrlehrer Fritz Griewe kürzlich bei einer Führerscheinprüfung in Sulingen: Vom Parkplatz eines Möbelhauses an der Nienburger Straße sollte der Prüfling auf die Straße einbiegen, doch das Verkehrszeichen an der Ausfahrt verlangte, streng genommen, dass die Fahrt auf dem Parkplatz fortgesetzt wird.

Sulingen – Statt Verkehrszeichen 209, dem weißen Rechtsabbiegepfeil auf blauem Grund, war dort Zeichen 211 zu sehen mit der Bedeutung „Fahrtrichtung rechts“.

Eine Nachfrage bei Nicole Kossinna, bei der Stadt Sulingen zuständig für die Verkehrszeichen, ergibt: Das Schild steht auf einem Privatgrundstück und unterliegt der Verantwortung des Eigentümers. „Ich habe nachgesehen: Das Schild ist überklebt worden, das waren wir definitiv nicht!“

Auch an anderen Stellen in Sulingen finden sich Verkehrsregelungen, die – zumindest aus Fahrlehrersicht – diskussionswürdig sind. Ein Beispiel findet sich auf der Nienburger Straße kurz vor dem Bahnübergang: In Richtung der Innenstadt ist hinter einer Querungshilfe eine Sperrfläche auf der Fahrbahn markiert, doch die wird von vielen Autofahrern genutzt, um nach links in die Parkstraße abzubiegen, so die Beobachtung von Fahrlehrerin Andrea Griewe-Runge.

Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Parkstraße bleibt erhalten.

Auch an der Parkstraße selbst ist eine Stelle den Fahrlehrern aufgefallen: Auf Höhe des Bürgerparks ist die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde reduziert, verbunden mit dem Gefahrenhinweis auf Kinder. Solange im Bürgerpark noch die Außenstelle der Grundschule Sulingen bestand, waren die Verkehrsschilder versehen mit einem Hinweis auf den kreuzenden Schulweg – der fehlt inzwischen, und damit gilt die Geschwindigkeitsbeschränkung auf ganzer Länge der Parkstraße.

Das sei auch so gewollt, erklärt Nicole Kossinna auf Nachfrage, denn in wenigen Monaten werde im Bürgerpark ja ein Kindergarten untergebracht, und um dann nicht erneut die Schilder aufstellen zu müssen, behalte man in der Übergangszeit die bisherige Regelung bei.

Missverständlich findet Andrea Griewe-Runge auch eine Regelung an der Edenstraße: Die Einmündungen von Tannenweg und Lärchenweg sind durch einen abgesenkten Bürgersteig von der Edenstraße abgetrennt, sodass es keinen durchgehend asphaltierten Fahrbahnbelag gibt. „Das bedeutet, dass der fließende Verkehr auf der Edenstraße Vorfahrt hat, und die zusätzlichen Schilder sind eigentlich überflüssig.“ Andererseits sei die Bedeutung eines abgesenkten Bürgersteigs vielen Autofahrern nicht klar, gibt Fritz Griewe zu bedenken, und ohne die zusätzlichen Schilder könnten sie annehmen, dass an diesen Einmündungen die Rechts-vor-links-Regel gilt.

Die Parkplatzausfahrt auf die Nienburger Straße regelt nicht die Stadt.

Wenn es berechtigte Einwände gebe, versuche die Stadt, die Situation schnellstmöglich zu ändern, erklärt Nicole Kossinna. Sollte das entsprechende Verkehrsschild beim Bauhof vorrätig sein, mache man das noch am selben Tag, ansonsten werde ein Schild bestellt – das könne unter Umständen dann aber auch mehrere Wochen dauern.

Wenn es sich allerdings um größere Änderungen handelt, müsse der Vorgang erst durch die Stadtratsgremien gehen, stellt die Verwaltungsmitarbeiterin fest.

Grundsätzlich regt Fritz Griewe eine regelmäßige Verkehrsschau an, unter Beteiligung der Fahrschulen vor Ort, der Stadt, des Landkreises und der Polizei: „So könnte man sich das gemeinsam ansehen und einen Konsens finden.“

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