Stadtrat diskutiert über Schülerentwicklung

Entscheidung vertagt: Weitere Schule noch im Gespräch

Nienburg - Von Johanna Müller. Die Diskussion um eine weitere Schule im Sekundar-I-Bereich hat noch kein Ende gefunden. Der Nienburger Stadtrat hat am Dienstag eine Entscheidung darüber mehrheitlich vertagt. Der Grund: Noch lägen nicht ausreichend aussagekräftige Zahlen zur Schülerentwicklung vor.

Darum geht es: Bereits 2014 entschied de Rat, Haupt- und Realschulen abzuschaffen. Dadurch gibt es künftig lediglich noch eine städtische Oberschule (OBS), die sich an alle Schüler richtet, die sich nach der Grundschule nicht für das Gymnasium entscheiden. Zusätzlich im Angebot bleibt noch die Integrative Gesamtschule (IGS), die dem Landkreis unterstellt ist.

Diese Alternativen sind der FDP/ULN-Gruppe und der WG-Stadtratsfraktion zu wenig. Sie stellen daher den Antrag, am Standort Langendamm ab dem Schuljahr 2019/20 eine Sek-I-Schule zu betreiben und demzufolge wieder fünfte Klassen regulär einzuschulen. „Wir haben diesen Antrag gestellt, um Schülern in der Umgebung langfristig einer Perspektive zu bieten, nicht nur für Langendamm“, sagte Heiner Werner (FDP), der sich außerdem für kleine Klassen an mehreren Standorten aussprach.

Dementgegen stand die Stellungnahme der Stadtverwaltung, die aufgrund der prognostizierten Schülerzahlen davon ausgeht, dass ein zweiter Standort neben der OBS im Leintor von der Landeschulbehörde nicht genehmigt werde. „Gemäß § 4 der Verordnung für die Schulorganisation (SchOrgVO) muss eine Oberschule ohne gymnasiales Angebot mindestens 2 Züge je Schuljahrgang aufweisen. Somit ergibt sich allein rein rechnerisch bei einer prognostizierten 3-Zügigkeit für die Oberschule Nienburg kein Spielraum für einen zweiten Sek-I-Standort im Stadtgebiet.“, heißt es in der Sachdarstellung.

Beide Realschulen in Nienburg

Jens Borcherding (ULN) kann diese Auslegung nicht verstehen. Schließlich würde das Wahlverhalten der Eltern aktuell durch das Angebot gesteuert werden. Wenn etwa ein Kind an der IGS nicht angenommen werde, würden die Eltern den Schüler eher auf das Gymnasium als auf die OBS schicken. Daher brauche es eine weitere Alternative, die auch die Leintorschule entlasten würde. Diese könnte seiner Meinung nach schnell zu voll werden. Die Schlussfolgerungen der Verwaltung unterstützt er daher nicht. Untermalt wurde sein Redebeitrag von Applaus anwesender Realschüler aus Langendamm.

Im Raum stand während der Sitzung auch die Frage, was passiere, wenn viele Kinder vom Gymnasium auf eine Oberschule wechseln möchten. Den entgegnete Bürgermeister Henning Onkes mit Zahlen der Gymnasien. Die Strömungen seien von „keiner nennenswerten Größe“. Nur vereinzelnd werde gewechselt. Der CDU-Fraktion reichte diese Aussage nicht. Sie verlangte weitere Analysen und beantragte daher die Vertagung. Parteisprecher Hans-Peter Rübenack gab zu bedenken, was passiere, wenn doch einmal mehr Schüler auf eine Oberschule ohne gymnasiale Oberstufe wechseln möchten.

SPD-Fraktionsvositzende Anja Altmann sprach sich für eine schnelle Entscheidung aus, die aktuell aber negativ für den Antrag ausfallen sollte: „Wir können kleine Schulen toll finden, aber was nützt es, wenn sie nicht genehmig werden.“ Ähnlich sah das Mechthild Schmithüsen (Grüne), der es reichen würde, eine Zweigstelle zu errichten, wenn der Bedarf auch da sei. Schließlich stimmten 21 gegen 15 Ratsleute für die Vertagung. Mehrheitlich mit zwei Gegenstimmen zugestimmt wurde dem Punkt, dass ab dem Schuljahr 2019/20 neben den Schülern der Realschule Nienburg im Gebäude der Realschule Nienburg auch Schüler der Realschule Langendamm beschult werden. Danach werden beide Schule aufgelöst.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

Rubriklistenbild: © picture alliance/Armin Weigel/dpa

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