Wache von der Herrlichkeit an die Daimlerstraße / Kontaktbüro im Stadthaus

Polizei zieht erst 2021 um

Die Polizeigebäude an der Herrlichkeit sind denkmalgeschützt und müssen eigentlich dringend saniert werden. Foto: bor

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Das Polizeirevier Wildeshausen wird voraussichtlich erst Anfang 2021 von der Herrlichkeit an die Daimlerstraße verlegt. Das bedeutet eine erneute Verzögerung des Umzugs, über den bereits seit drei Jahren diskutiert wird. 2016 verkaufte die Stadt eine angrenzende Fläche im Gewerbegebiet „Vor Lüerte“ an das Land und änderte 2017 den Bebauungsplan. Im selben Jahr erwarb das Land Grundstück und Gebäude für das neue Revier, in dem rund 100 Polizisten arbeiten sollen.

Erst hieß es, 2018 werde der Umzug erfolgen, dann war von Anfang 2019 die Rede. „Was lange währt, wird jetzt absehbar gut.“ Mit diesen Worten bedankte sich Polizeipräsident Johann Kühme 2017 bei allen Beteiligten. Und jetzt? Zwei Jahre später schieben die Beamten immer noch an der Herrlichkeit Dienst. Die alten und denkmalgeschützten Gebäude sind nach wie vor stark sanierungsbedürftig.

Wie es aussieht, müssen die Polizisten trotzdem noch eine Weile ausharren. „Laut Bauzeitenplan soll der Umzug des Polizeikommissariats Wildeshausen im ersten Quartal 2021 stattfinden“, informiert die Polizeidirektion Oldenburg auf Nachfrage unserer Zeitung. Ein Grund für die sich häufenden Verzögerungen sind Kostensteigerungen – unter anderem wegen des Brandschutzes. Erst war man von 1,84 Millionen Euro plus Kaufpreis ausgegangen. Inzwischen sind 2,57 Millionen Euro veranschlagt. Geld, das erst mal freigegeben werden musste, was viel Zeit in Anspruch nahm.

Aufgrund der langfristigen Planung stünden ausreichend Haushaltsmittel zur Verfügung, Abstriche müssen keine gemacht werden, versichert Sprecher Christopher Deeken. Außer der zeitlichen Verzögerung hat er aber auch gute Nachrichten: „Weil gegenüber der ersten Planung ein Anbau von rund 80 Quadratmetern erfolgt, wird die Wache mit den dazugehörigen Räumen größer ausfallen als ursprünglich vorgesehen.“ An Platzmangel müssen die Kollegen also wahrscheinlich nicht leiden.

Wobei: Einige werden sogar überhaupt nicht umziehen, denn, wie berichtet, ist ein Kontaktbüro in der Innenstadt, genauer gesagt im Stadthaus geplant. Diese „polizeiliche Anlaufstelle“, wie es im Behördendeutsch heißt, wird eingerichtet, sobald das Polizeikommissariat an die Daimlerstraße verlagert wurde. Die Stadt plant derzeit interne Umzüge, bei denen auch ein Büro für die Ordnungshüter planerisch Berücksichtigung findet. Ursprünglich waren dafür mal die Räume des Stadtmarketings angedacht, doch da sich das Projekt hinzog, verfolgt man diesen Plan im Stadthaus nicht mehr. Wo genau das Kontaktbüro hin soll, sei noch nicht klar, so Sprecher Hans Ufferfilge. „Wir haben das aber im Blick“, versicherte er.

Bei der Anlaufstelle können Bürger sowohl Anzeigen erstatten als auch allgemeine polizeiliche Beratung einholen. Der Rund-um-die-Uhr-Dienst sowie die Einsatzabwicklung werden allerdings durch die Wache an der Daimlerstraße abgedeckt.

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