Feuerwehr stellt sich neuen Anforderungen / 50.000 Euro mehr im Haushalt

Vielfältige Einsätze gehen ins Geld

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Ein verunglückter Tesla an der Visbeker Straße. Hier ist Spezialwissen bei der Feuerwehr erforderlich.

Die Zahl der Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr Wildeshausen ist im vergangenen Jahr mit 163 Alarmierungen wieder auf ein Normalmaß gesunken. 2017 hatte es wegen der Stürme mit 295 Einsätzen noch einen Rekord gegeben. Dennoch muss die Stadt Wildeshausen für das kommende Jahr mit 518 000 Euro deutlich mehr Geld in den Haushalt einstellen als im aktuellen Jahr (470.000 Euro). Die Gründe sind vielfältig und sollen heute im Finanzausschuss thematisiert werden.

Es gibt drei wesentliche Posten, die sich auf die Kalkulation für die Feuerwehr auswirken. So werden die Einsätze immer aufwendiger und komplizierter, was mehr Personal erfordert, um die unterschiedlichen Schadenslagen zu bewältigen. „Unsere Leute müssen sich umfangreicher fortbilden“, umreißt Wildeshausens Ortsbrandmeister Lutz Ertelt die Situation und verweist beispielhaft auf Unfälle mit Kraftfahrzeugen unterschiedlicher Antriebsarten. Bei Gas- und Elektroautos gibt es besondere Verhaltensvorschriften.

Offenbar lassen sich zudem immer mehr Arbeitgeber den Lohnausfall von der Stadt ersetzen, der durch Einsatz- und Ruhezeiten der Feuerwehrleute entsteht. Zudem muss die Stadt kontinuierlich in die Ausrüstung der Kräfte investieren. Derzeit werden jährlich 20 Einsatzanzüge ersetzt, weil sie die Altersgrenze erreicht haben. Hinzu kommen Einmaleffekte wie die Neuanschaffung von „Safety-belts“ für die Atemschutzträger. Als einziges Bundesland hat Niedersachsen die Verwendung der „alten Gurte“ in den bislang genutzten Feuerwehrjacken verboten. Diese müssen nun in einer neu konzipierten Form angeschafft werden, was mit knapp 13 000 Euro zu Buche schlägt.

In der neuen Kalkulation berechnet die Stadtverwaltung 61 Euro für eine Einsatzstunde einer Feuerwehrkraft. Das sind 18 Euro mehr als bisher – Resultat der gestiegenen Kosten für Ausrüstung sowie Arbeitgeber-Erstattungen – aber auch daraus, dass weniger Einsatzstunden auf die Fixkosten angerechnet werden. Die Stadtverwaltung kalkuliert für 2020 mit Gesamtkosten von 202  417 Euro für das Personal bei 3 305 Einsatzstunden.

Ganz neu in die Kalkulation aufgenommen wird im kommenden Jahr der Kommandowagen. Er soll 2020 erworben werden und dient dazu, bei extremen Lagen wie beispielsweise bei Sturm oder Starkregen schnell erkunden zu können, wo die Einsatzkräfte zuerst und mit welchen Fahrzeugen gebraucht werden.

Im Jahr 2018 standen den Gesamtkosten von 400 000 Euro für die Feuerwehr Erlöse von knapp 99 000 Euro gegenüber. Damit gab es eine Unterdeckung von rund 301 000 Euro.

Die Stadt kann unter anderem Gebühren berechnen, wenn es sich um grob fahrlässige oder vorsätzlich verursachte Einsätze handelt. Auch Fälle, in denen die Feuerwehr von einem in einem Kraftfahrzeug eingebauten System zur Absetzung eines automatischen Notrufs alarmiert wird, ohne dass ein Brand oder eine Hilfeleistung zur Rettung eines Menschen aus akuter Lebensgefahr notwendig war, werden berechnet.

Die Stadtverwaltung zeigt sich in der Sitzungsvorlage zufrieden damit, dass es immer besser gelingt, die Abrechnungen für die gebührenpflichtigen Einsätze der Feuerwehr zu kalkulieren und eine Refinanzierung zu erreichen.

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