35.000 Euro im Stadthaushalt zum Anmieten von Wohnungen

Einigen Flüchtlingen droht Obdachlosigkeit

Tag und Nacht ohne Dach über dem Kopf leben– dieses Schicksal soll Flüchtlingen in Achim unbedingt erspart bleiben. Foto: Bodo Marks/Archiv

Achim – Einigen Flüchtlingen und auch Flüchtlingsfamilien in Achim droht Obdachlosigkeit, wenn sie keine neuen Wohnungen finden. Die Unterbringungspflicht lag zunächst beim Landkreis, der beim großen Ansturm im Jahr 2015 zunächst für Sammelunterkünfte sorgte oder aber Privatwohnungen anmietete und zur Verfügung stellte.

Inzwischen sind etliche von den Ankömmlingen anerkannt und haben das dauerhafte Bleiberecht zugestanden bekommen. Damit fallen sie aber nicht mehr unter das Asylbewerberleistungsgesetz. Die betreffenden Flüchtlinge nutzen die vom Landkreis überlassenen Wohnungen weiter wie jeder Privatmieter und müssen sich gegebenenfalls auch selber um neuen Wohnungen bemühen.

Einige Vermieter haben inzwischen wegen Eigenbedarfs oder anderer Gründe die Verträge gekündigt beziehungsweise eine Räumungsklage eingeleitet, erläuterte auf Nachfrage der stellvertretende Achimer Verwaltungschef Bernd Kettenburg.

Bezahlbare neue Mietwohnungen zu finden, sei aber auch in Achim für Flüchtlinge nicht so einfach. Vor allem, wenn die Betreffenden keinen festen Arbeitsplatz haben, von Hartz IV leben müssen oder sich noch in der Ausbildung befinden. Ganze Familien haben es trotz Unterstützung durch Hilfsorganisationen ebenfalls schwer, ausreichend große Wohnungen zu finden.

Da steht dann die Stadt Achim in der Pflicht. Sie könnte zwar ihre Obdachlosenquartiere anbieten. Die meisten Plätze dort sind aber schon belegt, wie Claudia von Kiedrowski aus der Achimer Stadtverwaltung berichtet. Sie leitet die Abteilung für Sicherheit und Ordnung und hatte schon auf der jüngsten Finanzausschusssitzung das Problem erläutert.

Um neuen Wohnraum für anerkannte Flüchtlinge zu finden und anzumieten, wird die Stadt nun über den Haushalt finanziell entsprechend ausgestattet. 35 000 Euro stehen in diesem Jahr dafür bereit. Der gesamte Doppelhaushalt 2019/2020 wurde wie berichtet schon vom Stadtrat verabschiedet.

Einige vom Landkreis angemietete, jetzt leerstehende Räumlichkeiten könne die Stadt voraussichtlich übernehmen, ist Kettenburg zuversichtlich. Die Suche aber geht weiter.

Aktuell sei noch kein Flüchtling in Achim obdachlos, und bisher gebe es nur etwa eine Handvoll Fälle, in denen nach Kündigungen ein solches Schicksal drohe.

Die Zahl der Flüchtlinge insgesamt und folglich auch die der anerkannten nehme aber wieder zu, und es gelte, sich auf künftige Entwicklungen rechtzeitig vorzubereiten.

Außerdem dürften die ebenfalls regelmäßig eintreffenden Aussiedler und Aussiedlerfamilien nicht vergessen werden, ergänzt Fachbereichsleiterin von Kiedrowski.

Es soll jedenfalls nach Möglichkeit weiterhin niemand in Achim auf der Straße übernachten müssen.

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