Spielplatz-AG weiht Anlage „Im Hufeisen“ ein

Nicht nur auf „Wasser und Sand“ gebaut

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Das Spielschiff bildet das Herzstück der neugestalteten Anlage, die zur Eröffnung sehr gefragt war.

Etelsen - Von Michael Mix. „Wasser und Sand“ ist das Thema des Spielplatzes „Im Hufeisen“. Ein herrliches Vergnügen für Kinder, mit diesen Materialien rumzumatschen. Zur offiziellen Einweihung der neu gestalteten Anlage am Donnerstagnachmittag strömten zahlreiche Mütter, Väter und Großeltern mit Nachwuchs herbei, um alles zu begutachten und auszuprobieren.

„Ich freue mich, dass so viele gekommen sind“, sagte Sigrid Ernst, Initiatorin der Arbeitsgruppe „Spielplatzkonzept im Flecken Langwedel“. Der Bauhof habe in 900 Arbeitsstunden eine „tolle Anlage“ geschaffen, lobte sie.

Und die Gemeinde investierte immerhin rund 65.000 Euro in die Ausstattung des zuletzt arg heruntergekommenen Platzes. Herzstück und Hingucker ist das Spielschiff mit zahlreichen Kletter-, Rutsch- und Schaukelmöglichkeiten auf einer großzügigen Sandfläche. Allein dieses Großgerät kostete 24.000 Euro. Wasserspiel und -rinne, Schaukel, Sandkisten, Bänke und Tische vervollständigen den neuen thematischen Spielplatz, der das ganze Jahr über genutzt werden kann. Im Winter wird allerdings das Wasser abgestellt, damit Rohre nicht einfrieren und platzen können.

Ernst kündigte an, dass im nächsten Jahr ein Plan, in dem alle Spielplätze im Flecken mit Lage und Thema aufgelistet sind, herausgegeben werde. „Dann können Eltern mit ihrem Nachwuchs für sie interessante Angebote nach und nach aufsuchen.“

Das Wasserspiel macht einfach Spaß.

Die AG, in der Vertreter aller Parteien und politischen Gruppierungen im Gemeinderat sowie Kräfte aus der Verwaltung mitarbeiten, will nach eigenen Angaben dazu beitragen, ein „familienfreundliches Langwedel“ zu verwirklichen. Und diesem Ziel sei man ein Stück nähergekommen. „Endlich spielen die Kinder wieder auf den gemeindeeigenen Spielplätzen“, stellt Sigrid Ernst nach der Neugestaltung von zahlreichen Anlagen erfreut fest.

Der Startschuss dazu erfolgte vor zehn Jahren, informiert die Sozialdemokratin und blickt zurück: 2009 entstand auf Initiative der SPD-Fraktion die Idee, ein Konzept zu entwickeln, die Spielplätze im Flecken Langwedel modern und attraktiv zu gestalten. Es bildete sich eine Arbeitsgruppe, um die von der Gemeinde ausgewiesenen Spielflächen in ein schlüssiges Konzept einzubinden. Dabei wurden einige Plätze aufgegeben.

In manchen Siedlungen fehlt es schlichtweg an Nutzern. „Andererseits findet die heutige Kindheit zum größten Teil im Kindergarten, in der Schule, im Hort oder im eigenen Garten statt, also in geschützten, organisierten Räumen unter Aufsicht Erwachsener“, erläutert die AG.

Freies Spiel, das das Sozialverhalten fördere, könne dagegen auf attraktiven Spielplätzen nahe den Wohngebieten ausprobiert und geübt werden. Dadurch könnten obendrein Freundschaften zwischen den Kindern und ihren Familien erwachsen.

Und das Matschen im nassen Sand erst recht.

Öffentliche Anlagen würden Kinder und Jugendliche aber nur dann gezielt aufsuchen, wenn diese besondere Anreize böten. Sei das der Fall, bekomme der „Spielplatz“ wieder den Charakter eines „Treffpunktes“.

Genau das habe die AG gewollt. Bei der Gestaltung der Spielplätze sei Wert darauf gelegt worden, „dass für Kinder vielfältige Bewegungsanreize geschaffen werden, ein hoher Aufforderungscharakter besteht und dem generationsübergreifenden Nutzen die Tür geöffnet wird“.

So entstanden zwei sogenannte Leuchtturm-Spielplätze in den Hauptsiedlungsbereichen Langwedel/Daverden und Etelsen/Cluvenhagen. Als erstes Vorzeigeprojekt wurde die Anlage „Am Schwarzen Berg“ in Langwedel zum Thema „Spielraum Bewegung“ 2016 eingeweiht. Erst vor wenigen Monaten folgte der zweite „Leuchtturm“ am Etelser Mohnblumenweg unter dem Titel „Barriere-freundlich“. Dort können sogar Körperbehinderte alle Geräte benutzen.

Weitere kleinere Flächen peppte der Bauhof ebenfalls erheblich auf. Nämlich an der Feldstraße 2017 zum Thema „Hangeln und Klettern“ sowie 2018 „In den Hollen“ mit der Überschrift „Spielen generationsübergreifend“ und an der Lindenstraße. Motto dort: „Wir schlüpfen in verschiedene Rollen“.

Investitionen, die sich gelohnt haben, findet die AG. „Es zeigt sich jetzt schon, dass die Steuergelder sinnvoll angelegt worden sind und die Spielplätze von vielen Kindern und ihren Eltern aufgesucht werden“, sagt Sigrid Ernst. Manche feierten dort sogar Kindergeburtstage.

Die AG bittet die Anlieger um Verständnis, wenn hinter ihrem Gartenzaun mitunter nach Herzenslust getobt wird. „Das dabei entstehende Lachen, Juchzen und vielleicht auch mal ein Weinen ist eine Geräuschkulisse, die unvermeidbar ist.“

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