40 Jahre danach erreicht Karateka Ulrich Rutsatz mit dem 6. Dan einen elitären Kreis

Schmerzender Rücken als Karrierestart

Ulrich Rutsatz (r.) beim „Kata“ in der Rinck-Halle. Fotos: Go

Rotenburg – Die Mitglieder der Karate-Dojo-Abteilung des TuS Rotenburg sind mächtig stolz. Grund dafür ist ihr Sensei Ulrich Rutsatz. Der Schwarzgurtträger hatte im August vor den Augen des Großmeisters Shihan Hideo Ochi in Tamm (Baden-Württemberg) die Prüfung für den 6. Dan abgelegt und bestanden. „Unser Karatelehrer gehört damit zum kleinen Kreis derer, die die höchste in Deutschland mögliche Dan-Prüfung bestanden haben“, freut sich Abteilungsleiterin Heide Bahrs über ihren hoch qualifizierten Sensei (Lehrer) im Trainerteam.

Rutsatz, der seit dem Erreichen des 5. Dan den Titel „Renshi“, was soviel wie „Mensch mit reifem Bewusstsein“ bedeutet, trägt, begann seine sportliche Laufbahn 1979. „Ich habe spät – als 20-Jähriger – mein Interesse an der japanischen Kampfsportart entdeckt“, berichtet er am Rande des Trainings mit dem dreifachen Kata-Weltmeister Julian Chees in der Rotenburger Rinck-Halle. „Der Auslöser war, dass ich im jungen Alter mit starken Rückenschmerzen zu tun hatte.“ „Mach doch Karate. Das ist gut für den Rücken“, habe ihm ein Freund geraten. Und weil es in Rotenburg damals keine Karate-Abteilung gab, habe er sich zunächst beim Karateverein Sottrum angemeldet. Das Training half ihm und nach kurzer Zeit war es mit den Schmerzen vorbei. Rutsatz nahm die Strecke zwischen Rotenburg und der Nachbargemeinde zum Training gerne auf sich und blieb dort bis 2003. Da er aber in der Zwischenzeit in der Kreisstadt eine Familie gegründet hatte, wurde ihm der logistische Aufwand mit Training und Lehrgängen in ganz Deutschland zu viel. Daher habe er im gleichen Jahr den Posten als Trainer in der Karate-Abteilung des TuS Rotenburg (gegründet 1992), unter dem Leiter Peter Kramer übernommen.

Rutsatz hat viele Prüfungen auf dem Weg zum Schwarzgurt ablegen müssen. Begonnen mit dem Weiß-, Gelb- und Orangegurt im Jahr 1980, über den Grünen, Blauen und Braunen Gurt bis 1983. Es folgte die Schwarzgurte 1. bis 4. Dan bis 2000, der 5. Dan 2006 und vor einem Monat – 13 Jahre später – der 6. Dan.

Bis 1989 fuhr der Karateka zusätzlich zu Wettkämpfen und heimste auch einige gute Platzierungen ein. Seitdem habe er sich um seine eigene Fortbildung und auf die Ausbildung des Nachwuchses konzentriert. „Für mich ist Karate Bewegungskunst, die es stetig zu verfeinern gilt.“ Der Sport schaffe Ausgleich zu seinem Beruf als Ergotherapeut. „Man kann sich je nach Art der Übungen voll auspowern, aber auch langsame Bewegungen machen und dazu die ruhige Atmung trainieren, also Körper und Seele herunterfahren.“  go

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