„Wir wollen die Hinrunde vergolden“

Aber für den Titel fehlt „Vissel“ noch die Konstanz – glaubt Thomas Heidler

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Starke Bilanz: Seitdem Thomas Heidler die Kommandos gibt, hat der VfL Visselhövede erst einmal verloren. 

Visselhövede – Von Matthias Freese. Manchmal liegt das Gute doch so nah: Seitdem Urgestein Thomas Heidler am dritten Spieltag die Kreisliga-Fußballer des VfL Visselhövede als Trainer von Jörg Beese übernommen hat, ist der Aufsteiger erst einmal als Verlierer vom Platz gegangen und hat sich auf Rang drei vorgearbeitet. Warum der 35-jährige Innendienstleiter den Titel trotzdem nicht als neues Ziel definiert, erklärt er im Interview.

Das ursprüngliche Saisonziel Klassenerhalt dürfte nach der Hinrunde ja wohl überholt sein, oder?

Ja, hinter den Klassenerhalt können wir einen Haken machen. Mit 33 Punkten steigt man nicht mehr ab. Da können wir schon sehr, sehr zufrieden sein.

Wie lautet das neue Ziel?

Die einen oder anderen ärgern, die oben mitspielen möchten. Und wir wollen die Hinrunde mit einer vernünftigen Rückrunde vergolden.

Klingt recht vorsichtig. Wollen Sie als Dritter jetzt nicht oben angreifen und Meister werden?

Das ist eigentlich viel zu früh. Natürlich sollte man als Fußballer das Ziel haben, möglichst viele Spiele zu gewinnen. Aber wenn man den Kader des TV Sottrum sieht und die Breite, auf die es zum Schluss ankommt ... Es ist schon berechtigt, dass die oben stehen. Auch der Bremervörder SC hat eine richtig gute Mannschaft. Da wird sich bei uns keiner beschweren, wenn wir am Ende auf Platz zwei oder drei stehen. Ich denke, wir haben auch noch nicht ganz den Kader, um konstant um Platz eins mitspielen zu können.

Aber ein typischer Aufsteiger sind Sie ja mit Ihren höherklassig erfahrenen Spielern nicht. Muss es nicht der Anspruch sein, mittelfristig aufzusteigen?

Das auf jeden Fall, das war ja auch das Ziel des Vereins, die nächsten drei, vier Jahre etwas aufzubauen und in Richtung Bezirksliga zu schauen.

Im Gegensatz zu den vergangenen Spielzeiten hat Visselhövede die nötige Stabilität in der Abwehr. Ist das der Hauptgrund für die gute Hinrunde?

Das kann man sagen. Das haben wir ja auch angestrebt. Wir haben als Aufsteiger die drittbeste Abwehr. Die Vier da hinten, also Eike Beneke neben Oliver Dittmer in der Mitte sowie Kevin van Detten und Michael Lohmann, den wir zum linken Außenverteidiger umfunktioniert haben, haben ihren Teil beigetragen.

Das Mittelfeld ist ebenfalls überragend besetzt, nur vorne fehlte ein echter Knipser. Ist das Problem mit der Verpflichtung von Robert Posilek vom Rotenburger SV gelöst?

Das hoffe ich doch. Wir sind sehr glücklich, im Winter so einen Spieler bekommen zu haben. Die Chancenausbeute war schon ein Thema, für Merwan Sabouneh war es allein vorne nicht einfach. Robert ist jung, bringt Geschwindigkeit mit und kann mit der Murmel umgehen.

Wenn es etwas zu kritisieren gibt, sicher auch die Heimspielbilanz. Zwei Siege gab es, vier Unentschieden und eine Niederlage.

Wir haben aber auch noch nicht viele Heimspiele gehabt, dafür haben wir gleich zu Anfang nach der Pause fünf am Stück. Schon komisch, der Spielplan.

Sie selbst haben das Team erst Ende August von Jörg Beese übernommen ...

Es gibt einen besseren Zeitpunkt, um eine Mannschaft zu übernehmen, es war für alle keine einfache Situation. Wir haben versucht, uns aufs Wesentliche zu konzentrieren – und haben das richtig gut hingekriegt.

Thomas Heidler und der VfL Visselhövede – das scheint optimal zu passen.

Ich fühle mich auch wohl mit der Mannschaft. Es gibt aber auch Dinge, an denen wir arbeiten müssen. Ich habe bis heute keinen zweiten Mann an meiner Seite. Eine One-Man-Show Thomas Heidler gefällt mir eigentlich nicht.

Wie groß ist denn Ihr Anteil am aktuellen Erfolg?

Muss ich die Frage beantworten? Ich denke, wir als Team haben es sehr gut hinbekommen, und die Jungs haben super mitgezogen.

Und wer war für Sie der Spieler der Hinrunde?

Man kann schon sagen, dass es Drilon Demaku war. Auch wie er mit den Jungs umgeht, ist klasse. Aber auch Ogur Beslenmis macht das im Mittelfeld super und hat die nötige Geschwindigkeit.

Abschlussfrage: Wer wird Meister in dieser Saison?

Wenn ich mich auf einen festlegen muss, sage ich Bremervörde. Sottrum hat die Rückrunde in den vergangenen Jahren ja nicht immer wie ein Favorit gespielt.

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