Ein Berg an Problemen?

MTV Riedes neuer Coach Thorsten Eppler im Gespräch über sein Wirken

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Thorsten Eppler solle nichts auf links drehen. 

Riede – Als er verpflichtet wurde, das Erbe von Stephan Hotzan anzutreten, ging fast alles drunter und drüber beim MTV Riede. „Die Anfrage war eigentlich für den Sommer gekommen. Aber als sich die Ereignisse überschlugen, habe ich mich für den Einstieg schon nach der Winterpause bereit erklärt.“ Thorsten Eppler, neuer Trainer des Fußball-Bezirksligisten, sah sich Anfang November vor einem großen Berg an Problemen.

Mittlerweile nimmt der 52-Jährige die Arbeit mit einem wesentlich besseren Gefühl auf. Nachdem Interimscoach Nils Krüger mit sechs Siegen aus sieben Partien aus den hoffnungslos dem Abstieg entgegentaumelnden Segelhorst-Kickern einen gesicherten Mittelfeld-Aspiranten geformt hat, nimmt sich die Zukunft wieder etwas rosiger aus. „Ich habe mir einige Spiele angesehen. Einen kompletten Eindruck konnte sich noch nicht gewinnen, weil ja immer einige Akteure gefehlt haben“, lässt der Brinkumer Eppler einen kurzen Blick in seine bisherige Tätigkeit zu. Was ihm aber bereits positiv auffiel: „Selbst, als die Mannschaft in Langwedel zur Pause 0:6 hinten lag, ist sie gut mit der Niederlage umgegangen. Es gab keine Schuldzuweisungen, das zeugt von Charakter.“

Und es erleichtere ihm enorm sein Wirken: „Dieses Verhalten hat mich vom Team überzeugt. Sonst hätte ich das Amt auch nicht übernommen. Einige Gespräche mit Spartenleiter Frank Lindenberg, den ich aus gemeinsamen Spielerzeiten in Arsten kenne, und Akteuren wie die Meyer-Brüder oder Marvin Just, die ich in Schwarme gecoacht hatte, bestärkten mich darin.“

Die Beobachtungen führten sogar dazu, dass der in leitender Tätigkeit im kaufmännischen Bereich einer Holzfirma beschäftigte Eppler zunächst einmal Abstand von seinem Wunschsystem nimmt. Der Verfechter eines 4-4-2 oder eines 3-5-2 mit jeweils zwei Spitzen wird das bisherige 4-2-3-1 beibehalten: „Das hat ja prima geklappt. Außerdem gibt der Kader nichts anderes her. Und schließlich will ich nicht alles auf links drehen. Dafür ist die Truppe derzeit im alten System zu erfolgreich.“ Es bleibt am Segelhorst also beim schnellen Umschalten nach guter Defensiv-Arbeit. Kleine Feinheiten sind es, die der gelernte Innenverteidiger Stück für Stück einführen möchte: „Die Partien werde ich ein bisschen mit mehr Ballbesitz anreichern. So, dass wir auch mal das Spiel machen können.“ Und egal, wie die Änderungen aussehen – der Trainer, der seine dreijährige Tätigkeit beim TSV Weyhe-Lahausen im Sommer mit dem Diepholzer Kreispokalsieg gekrönt hatte, nimmt für seine Entscheidungen die beiden Co-Trainer mit ins Boot. Sowohl Nils Krüger als auch Eckhardt Zunft (60), der ihm aus Lahausen folgte, haben ein gewichtiges Wort: „Wir machen das alles im Team, weil ich einen kommunikativen Weg bevorzuge.“ Als Diktator kommt Eppler also nicht nach Riede – „wenn auch Diskussionen irgendwo ihre Grenzen haben. Schließlich hat ja einer den Hut auf und ist verantwortlich.“

Warum er überhaupt zwei Co-Trainer an seiner Seite wissen möchte, erklärt Eppler ganz einfach: „Eckhardt wird als Schichtdienstler bei der Polizei sicher mal fehlen. Und auch ich bin nicht immer bei den Einheiten anwesend. So können wir garantieren, dass meist ein Duo das Training leiten wird. Das ist mir wichtig.“

Trotz der scheinbar sicheren Mittelfeld-Platzierung hebt der Neue am Segelhorst warnend den Zeigefinger: „Wir haben mit Etelsen, Pennigbüttel und Ottersberg gleich drei starke Gegner vor der Brust. Wenn es schlecht läuft, stehen wir direkt wieder unten drin. Daher zählt nur der Klassenerhalt als Ziel.“ Der soll aber möglichst frühzeitig gesichert sein, damit peu à peu Talente herangeführt werden können – immerhin rücken im Sommer gleich vier A-Junioren hoch.

Dass Eppler auch das im Hinterkopf hat, verdeutlicht sein Selbstverständnis: „Ich bin kein klassischer Feuerwehrmann, der die Mannschaft vor dem Abstieg rettet und dann wieder weg ist.“ Demnach scheint die Zusammenarbeit längerfristig angelegt zu sein – wenn auch die Sprachregelung vorsieht, dass sich beide Seiten im April zusammensetzen und analysieren. „Dann sehen wir, ob es überhaupt Sinn macht. Schließlich kannst du als Trainer nichts ausrichten, wenn du die Spieler nicht hinter dir weißt.“

Bei allen guten Vorzeichen muss Eppler aber auch zwei Hiobsbotschaften verkraften: Marvin Just fehlt in der Vorbereitung. Nachdem der Stürmer zuletzt zwischen aushelfen sowie verletzt sein pendelte, bleibt ein leichter Zweifel, ob es sich bei der Blessur tatsächlich um eine Knochenhaut-Entzündung im Schienbein handelt. Und Kapitän Dennis Klätke zog sich im Dienstag-Training eine Verletzung am Außenmeniskus zu. Beim Kapitän steht die Entscheidung aus, ob er sich einer Operation unterzieht oder nicht. Also muss Eppler mehr denn je auf Leistungsträger wie Marcel Bremer, Kai Schumacher, Constantin Borchers, Marc Lindenberg, Torben Maaß und Hendrik Meyer setzen. Schon wieder ein Berg an Problemen?

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