Regionsoberliga-Handballerinnen des TV Neerstedt II sind nach 23:23 weiter ungeschlagen

Martinkowski und Ahrens retten Remis in Rastede

Pure Entschlossenheit: Melanie Ahrens erzielte in der Schlusssekunde das 23:23 für den TV Neerstedt II. Foto: Büttner

Neerstedt – Buchstäblich in allerletzter Sekunde hat Melanie Ahrens die Regionsoberliga-Handballerinnen des TV Neerstedt II vor ihrer ersten Saisonniederlage bewahrt. In der Auswärtspartie beim VfL Rastede stieg die 34-jährige Rückraumspielerin mit ablaufender Uhr zehn Meter vor dem Tor hoch und schweißte den Ball zum 23:23 (12:15) in den rechten oberen Winkel. „Wahnsinn! Das war ein kontrollierter Verzweiflungswurf“, kommentierte Neerstedts Trainer Tim Gersner den insgesamt zehnten Treffer seines Routiniers. Nach der Schlusssirene verschwand „Melle“ Ahrens unter einer riesigen Jubeltraube.

Dass der Spitzenreiter im Gastspiel beim Tabellendritten zumindest noch ein Unentschieden holte, hatte er aber nicht nur Melanie Ahrens, sondern zu einem Großteil auch Christine Martinkowski zu verdanken. „Was ,Chrissy‘ alles rausgefischt hat, ist nicht zu glauben! Sie hatte eine Fangquote von etwa 60 Prozent“, staunte Gersner über die Leistung seiner Torhüterin. Christine Martinkowski parierte 21 Würfe, darunter auch jenen von Rastedes Rechtsaußen Nina Hedemann, der dem VfL etwa eine halbe Minute vor Schluss eine Zwei-Tore-Führung gebracht hätte. Außerdem kaufte die 24-Jährige den Ammerländerinnen sechs (!) von neun Siebenmetern ab. „Unfassbar!“, meinte Gersner.

Dass es eng werden würde, hatte der TVN-Coach bereits im Vorfeld geahnt. Denn in Anna Görke (verletzt), Miriam Pundsack (krank), Janina Petko (krankes Kind), Nicole Wedermann und Grit Breuer (beide privat verhindert) musste er fünf Leistungsträgerinnen ersetzen. „Mir fehlten zwei Drittel des Rückraums und der komplette Innenblock der Abwehr“, erläuterte er. Dafür sprangen die A-Jugendlichen Alina Windhorst und Anna Rippe ein.

Über 60 Minuten lieferten sich beide Teams eine schwache Partie mit vielen technischen Fehler und Fehlwürfen. Bei seiner Crew vermisste Gersner in der ersten Halbzeit neben den Absprachen in der Abwehr auch die nötige Aggressivität und den absoluten Siegeswillen. Nach dem 12:15-Pausenrückstand fielen in der Neerstedter Kabine deshalb deutliche Worte.

„Die Ansprache haben sich die Mädels offenbar zu Herzen genommen“, sagte Gersner. Denn nach dem Seitenwechsel gestatteten die Grün-Weißen dem VfL zunächst gut sechs Minuten keinen Treffer. Anna Rippe glich zum 16:16 (37.) aus. Auch als die Neerstedterinnen mit 20:23 (53.) in Rückstand gerieten, bewahrten sie die Ruhe und ließen in den letzten 7:26 Minuten kein Gegentor mehr zu. „In der zweiten Halbzeit haben die Mädels Herz gezeigt und sich mit einem Punkt belohnt“, resümierte Gersner.  mar

TV Neerstedt II: Martinkowski (21 Paraden) - Windhorst, Böttjer, Kracke, Rensberg (3/1), Rippe (3), Mutke (2), Oehlerking (3), Garms (1), Uken (1), Ahrens (10/4).

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