Abwehrchef will es jetzt wissen

Erst sauer, jetzt kämpferisch: Moisander weckt Werder auf

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Niklas Moisander schaut nach seinem Fehler gegen Mainz wieder nach vorne und freut sich auf Gladbach.

Bremen - Niklas Moisander war augenblicklich klar, dass ihm ein Fehler unterlaufen war – ein folgenschwerer sogar, wie er mit ansehen musste, nachdem er sich umgedreht hatte.

Während der 1:2-Niederlage im Auswärtsspiel bei Mainz 05 hatte Werders Abwehrchef mit seinem starken linken Fuß an einer Flanke vorbeigetreten, es folgte das Mainzer 1:0 durch Jean-Philippe Mateta. „Ich habe den Ball falsch eingeschätzt und war nach dem Spiel ziemlich sauer auf mich“, sagte Moisander am Mittwoch. Auch drei Tage nach dem Spiel klang Frust aus seinen Worten. Der, das wurde im weiteren Verlauf des Pressegesprächs klar, bezog sich aber vornehmlich auf seinen eigenen Aussetzer.

Um die Mannschaft mache er sich nach zwei Niederlagen in Serie jedenfalls keine Sorgen, betonte der 33-Jährige – und nahm seine Kollegen in die Pflicht: „Wir wollen nach Europa. Dann müssen wir jetzt auch zeigen, dass wir da hingehören!“

Moisander: „Ich mache mir keine Sorgen um die Mannschaft“

Es war ein Appell, ein Weckruf, wenn man so möchte – allerdings formulierte Werders Finne ihn auf die ihm eigene Art: sachlich und ruhig. Im Medienraum des Bremer Weserstadions war es gerade dieser Tonfall, der seinen Worten Gewicht gab, ihnen Nachdruck verlieh. 

Moisander trat einmal mehr als enorm eloquenter Gesprächspartner auf, er beantwortete die Fragen ausführlich (und auf Deutsch), wurde zudem seine Botschaften los. Kein Zweifel: Wäre die Bremer Mannschaft ein politisches Kabinett, der Finne wäre ihr Außenminister. Viel seriöser hätte sich der drohende Negativlauf vor dem Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach (Samstag, 15.30 Uhr) jedenfalls nicht wegreden lassen.

„Ich mache mir keine Sorgen um die Mannschaft, weil ich weiß, welche Qualität wir haben“, versicherte Moisander. Dass Lob von allen Seiten nach dem starken Saisonstart „hat uns nicht negativ beeinflusst, alle arbeiten weiter sehr hart“. Werders Problem: Beim 2:6 gegen Leverkusen und in Mainz gab es keinen Lohn für diese Arbeit.

Während Moisander gegen die Werkself verletzt hatte passen müssen und schmerzlich vermisst worden war, kehrte er gegen Mainz zurück – als „Mister Zuverlässig“, als der Mann, mit dem die Bremer statistisch gesehen dreimal mehr Punkte holen, wenn er mit auf dem Platz steht. Dass nun ausgerechnet er vor dem ersten Gegentor patzte – ärgerlich, aber passiert eben, so schätzt es Moisander inzwischen ein. An seinem Status innerhalb des Teams ändert das freilich nichts.

Werders Abwehrchef weiß, dass er wichtig für das Team ist

Erst kürzlich hatte Trainer Florian Kohfeldt den Innenverteidiger als einen der Profis geadelt, die bei Werder immer spielen, wenn sie fit sind. „Ich weiß, dass ich wichtig bin“, sagte Moisander und schob direkt hinterher: „Dass muss ich mit meiner Erfahrung aber auch sein.“ Sein Anspruch an sich selbst: In den kommenden Tagen dafür sorgen, dass Werder gegen Gladbach perfekt vorbereitet ins Spiel geht und nicht wieder erst zu spät aufwacht. „Dabei werde ich mithelfen“, sagte Moisander.

Wenn das Gladbach-Spiel am Samstag so gegen 17.20 Uhr abgepfiffen ist, will er sich schließlich nicht wieder ärgern. Nicht über das Ergebnis und nicht über sich selbst.

Niklas Moisander: Seine Karriere in Bildern

Niklas Moisander
Niklas Moisanders Karriere begann beim finnischen Klub Turun Palloseura, bevor ihn Ajax Amsterdam 2004 für die zweite Mannschaft verpflichtete. Von dort wechselte er 2006 zum FC Zwolle, zwei Jahre später nahm ihn der AZ Alkmaar unter Vertrag. © imago
Niklas Moisander
Dort war er direkt Stammspieler und holte in seiner ersten Saison 2008/09 die niederländische Meisterschaft. © imago
Niklas Moisander
Moisander absolvierte insgesamt über 150 Spiele für AZ Alkmaar, spielte in der Saison 2009/10 in der Champions League und in den beiden folgenden Jahren in der Europa League. 2012 rückte Alkmaar bis ins Viertelfinale vor, in den letzten Spielen mit Moisander als Kapitän. © imago
Niklas Moisander
Nach seinem Wechsel zurück zu Ajax Amsterdam in der Saison 2012/13 erzielte der Innenverteidiger im ersten Spiel für den neuen Verein sein erstes von insgesamt sieben Toren für die Niederländer. © imago
Niklas Moisander
In dieser Saison und in der folgenden konnte er zwei weitere Meisterschaften feiern. Seine letzte Spielzeit (2014/15) bei Ajax bestritt Moisander als Mannschaftskapitän. © imago
Niklas Moisander
Im internationalen Geschäft war er mit Ajax in allen drei Jahren vertreten, da die Niederländer als Meister für die Gruppenphase der Champions League qualifiziert waren. © imago
Niklas Moisander
Es folgte eine Saison in der italienischen Liga bei Sampdoria Genua 2015/16. © imago
Im Sommer 2016 verpflichtete Werder Bremen den Innenverteidiger.
Im Sommer 2016 verpflichtete Werder Bremen den Innenverteidiger. © gumzmedia
Niklas Moisander
Auch hier war er ganz schnell Stammspieler. 2016/17 absolvierte er 30 von 34 Ligaspielen. © Gumz
Niklas Moisander
In einigen Spielen, wie hier im September 2017 gegen Freiburg, führte Moisander die Mannschaft sogar als Kapitän auf den Platz. © Gumz
Niklas Moisander
Für seine Heimat Finnland debütierte er 2008 in der Nationalmannschaft. Dort spielt er zeitweise auch als Außenverteidiger oder im defensiven Mittelfeld. © imago
Niklas Moisander
Im November 2017 beendete Moisander, der seit der Saison 2011/12 Kapitän war, seine Nationalmannschaftskarriere. Für eine Europa- oder Weltmeisterschaft konnten die Finnen sich in dieser Zeit nicht qualifizieren. © imago
In der Saison 2017/18 wurde Moisander zum Abwehrchef und einem unangefochtenen Stammspieler.
In der Saison 2017/18 wurde Moisander zum Abwehrchef und einem unangefochtenen Stammspieler. © gumzmedia

Quelle: DeichStube

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