Johannes Eggestein ist dicht dran an der Startelf - auch dank Pizarro

Der Jojo-Effekt

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Auf dem richtigen Weg: Johannes Eggestein ist mit seiner persönlichen Entwicklung bei Werder sehr zufrieden.

Bremen - Nur ein dünnes Stück Stoff, knallgelb und ohne Ärmel – routiniert schlüpfte Johannes Eggestein am Mittwoch während des Werder-Trainings in sein Leibchen, so wie er es schon etliche Male zuvor getan hatte.

Und doch kam dem Moment nun eine besondere Bedeutung zu, denn dieses knallgelbe Leibchen, es kennzeichnete Eggestein als Mitglied der A-Elf. Der 20-Jährige stürmte an der Seite von Max Kruse und Martin Harnik, schoss zwar kein Tor, durfte sich hinterher aber trotzdem in einem Gefühl bestätigt sehen, das er einen Tag später öffentlich aussprach. „So dicht wie jetzt war ich noch nie dran an der Startelf“, sagte Eggestein am Donnerstag.

Florian Kohfeldt, sein Trainer, der während der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Mönchengladbach auf dem Podium neben ihm saß, nickte zustimmend. „Es ist eine Variante für Samstag, mit ihm zu beginnen“, erklärte er. Für Johannes Eggestein wäre es der erste Bundesliga-Auftritt von Anfang an, es wäre der nächste Schritt auf dem Weg zum Stammspieler – und es wäre der Lohn für seine starken Auftritte in den vergangenen Wochen.

Zur Erinnerung: Gegen Wolfsburg das erste Bundesliga-Tor, im DFB-Pokal gegen Weiche Flensburg an zwei Treffern beteiligt und dann auch gegen Mainz ein Tor vorbereitet. „Jojo hat jetzt angefangen, seine Momente zu nutzen. Er hat dafür seine Komfortzone verlassen, geht jetzt in andere Räume und spielt auf anderen Positionen“, lobte Kohfeldt, der das Formhoch als logischen Schritt in der Entwicklung des jungen Stürmers sieht: „Er war schon in den letzten Monaten sehr nah dran, hat sich immer wieder Kaderplätze erarbeitet und sich Stück für Stück an die Mannschaft herangerobbt.“

So nah sogar, dass er gegen Gladbach nun erstmals von Beginn an für Werder auflaufen könnte. „Ich hoffe, dass es bald klappt“, betonte Eggestein, der von sich selbst sagt, dass er inzwischen ziemlich selbstbewusst geworden ist. „Wenn ich meine Entwicklung in den letzten drei Jahren sehe, dann ging es stetig weiter nach vorne.“ Das habe auch Auswirkungen auf sein Auftreten in der Kabine gehabt. „Ich kann mich gegenüber den älteren Spielern jetzt gut behaupten“, sagte Eggestein. Kein Wunder: Schließlich haben auch seine Kollegen gesehen, dass mit dem Angreifer zu rechnen ist.

Einwechslung löst bei Fans, Gegner und eigenem Team einen Effekt aus

Respekt vor den deutlich erfahreneren Profis hat Eggestein aber trotzdem. Spricht er etwa über Vereinslegende Claudio Pizarro, dann klingt eine Mischung aus Ehrfurcht und Bewunderung aus seiner Stimme. „Piza hilft uns jungen Spielern sehr. Er gibt uns viele Tipps“, berichtete Eggestein, „ich fühle mich sehr wohl, wenn ich neben ihm auf dem Platz stehe.“ Gut für Werder, dass sich dieses Wohlfühlen auch in Zählbarem niederschlägt.

So bereitete Pizarro Eggesteins Debüt-Tor gegen Wolfsburg vor, und erhielt dafür – quasi als Gegenleistung – die Vorlage von Eggestein für seinen Anschlusstreffer in Mainz. Dass der eine (der 40-jährige Pizarro) dabei ohne Probleme der Vater des anderen (des 20-jährigen Eggesteins) sein könnte – es gibt dieser Geschichte über die beiden Stürmer erst die ganz spezielle Note. Das weiß auch Kohfeldt. „Ich beziehe das in mein Kalkül mit ein“, sagte der Coach. Schließlich würden beide Spieler bei ihrer Einwechslung einen Effekt bei Fans, Gegner und eigener Mannschaft auslösen. Der „Pizarro-Effekt“, das hört sich gut an, der „Jojo-Effekt“ fast noch besser. Sein Namensgeber würde ihn am Samstag nur zu gerne direkt von Beginn an auslösen.

Quelle: DeichStube

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