DeichBlick-Kolumne: Rolf „Rollo“ Fuhrmann schreibt für die DeichStube

„Kleine Kratzer am Werder-Lack: Ich setze auf Smart-Repair“

Der Kolumnisten-Kreis der DeichStube: Klaus Allofs, Rolf Fuhrmann, Sebastian Prödl, Thomas Schaaf und Nils Petersen.

Von Rolf Fuhrmann. Hallo hallo! Ich gebe ja zu, dass auch ich von der Euphorie am Osterdeich etwas eingelullt wurde. Werders Weg nach Europa schien unaufhaltsam.

Es gab zwar am Saisonanfang unnötige Unentschieden gegen Hannover und Nürnberg und eine Niederlage in Stuttgart, aber nach dem Auswärtsspiel auf Schalke stand Werder mit fünf Siegen und mitunter beeindruckenden Leistungen da.

Zahlreiche Experten und wohl nahezu alle Bremer Fans waren entzückt ob der Spielweise. Offensivpower und defensive Stabilität machten Glauben, dass die gesteckten Ziele schneller als gedacht erreicht sein könnten. Insbesondere das Duo Maxi Eggestein und Max Kruse sorgten für Furore, und Forderungen wurden laut, dass der Bundestrainer an beiden nicht mehr vorbeikäme. Auch ich schloss mich da an. Vielleicht ja doch etwas zu voreilig und blauäugig für den Moment.

Die Mannschaft trumpfte zeitweise regelrecht auf mit einem starken Jiri Pavlenka, einem furiosen Davy Klaassen, mit Nuri Sahin, Martin Harnik, Claudio Pizarro und, und, und. Insgesamt ein Kader, dem man durchaus zutrauen kann, sich in der Spitzengruppe der Liga zu etablieren. Was sollte da schon groß schiefgehen gegen ein Bayer Leverkusen, dass bis dato alles schuldig geblieben war, was man von einem Topteam erwarten muss. Und dann das! Eine richtige Klatsche. Ausrutscher? Nicht ganz.

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War was im Tee?

Nach dem Weiterkommen im Pokal gab's die nächste Ernüchterung in Mainz. Nicht, dass man nicht auch zwei Ligaspiele in Folge verlieren kann – aber so? Was war passiert? Was stimmte nicht? Einstellung, Taktik, Aufstellung? War was im Tee? Oder waren wir einfach zu sehr beseelt von den hochfliegenden Träumen? Plötzlich nahezu alle Spieler außer Form, gerade Klaassen und Kruse zu oft völlig von der Rolle.

Die Stimmung droht zu kippen. Nach zwei zugegeben bitteren Niederlagen sehen einige Werder-Fans schon das Schiff auf Grund laufen und schieben leichte Panik. Einige üben auch zum ersten Mal Kritik am Trainer. Seine Aufstellung gegen Leverkusen sei ein Flop gewesen. Kohfeldt hätte sich vercoacht! Vielleicht ja von allem etwas. So eine richtige Erklärung habe ich noch nicht. Hat sie wer?

Locker bleiben, liebe Werder-Fans!

Und nun? Auch andere Bundesligisten sind von Rückschlägen, kleinen und großen Krisen nicht verschont. Ein Blick auf die Tabelle sagt alles. Und selbst die furiosen Dortmunder mussten in der Champions League ihre erste Saison-Niederlage hinnehmen. Unter die Leverkusener Räder gelangte im Pokal übrigens auch Werders nächster Gegner und das gleich mit 0:5 im Borussia Park. Mönchengladbach dürfte genauso perplex gewesen sein wie Werder nach dem 2:6 im Weserstadion.

Ich werde live vor Ort und sehr gespannt sein, welche Lehren beide Teams aus den Auftritten gegen Bayer gezogen haben. Ich setze auf Smart-Repair: Ein Sieg gegen Gladbach, und weg sind sie erst mal – die kleinen Kratzer am Werder-Lack. Also locker bleiben, liebe Werder-Fans!

Rolf „Rollo“ Fuhrmann

Zur Person: Rolf „Rollo“ Fuhrmann (69) hat 25 Jahre lang für Sky (früher Premiere) über die Bundesliga berichtet. Seit Mai 2017 ist der Kult-Reporter Rentner – aber nur in Teilzeit: Für die DeichStube schreibt Fuhrmann nun regelmäßig über Werder und das aktuelle Bundesliga-Geschehen.

Quelle: DeichStube

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