2:0 gegen den VfL Wolfsburg bedeutet Platz zwei

Werder feiert das Mehr-Generationen-Tor

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Johannes Eggestein erzielte das 2:0 für Werder Bremen gegen den VfL Wolfsburg. Sein erstes Bundesliga-Tor hatte der doppelt so alte Claudio Pizarro vorbereitet.

Bremen - Drei Punkte zum „36.“ – mit einem 2:0 (1:0)-Sieg über den VfL Wolfsburg hat Werder Bremen seinem Trainer Florian Kohfeldt am Freitagabend das perfekte Geburtstagsgeschenk gemacht.

Davy Klaassen (35.) und Joker Johannes Eggestein mit seinem ersten Bundesliga-Tor (85.) erzielten die Treffer für die Bremer, bei denen auch der gerade erst 40 Jahre alt gewordene Claudio Pizarro seinen Anteil am Sieg hatte. Mit der Vorlage zum 2:0 verhalf er seinem Team zum Sprung auf Platz zwei der Fußball-Bundesliga. Dort bleiben die Bremer zumindest bis zum frühen Samstagabend.

16 Heimspiele in Folge ist Werder nun schon unter Kohfeldt ungeschlagen. Und auf dem Konto sind nach sieben Spieltagen bereits 14 Punkte – zum Vergleich: In der vergangenen Saison hatte es 15 Spieltage gedauert, ehe Werder 14 Zähler zusammengekratzt hatte. Zur Winterpause waren es dann 15.

Wolfsburgs Weghorst trifft nur den Pfosten

Auf dem Weg zum vierten Saisonsieg hatte Geburtstagskind Kohfeldt die erwartete Startelf auf den Platz geschickt. Im defensiven Mittelfeld bekam Philipp Bargfrede den Vorzug vor Nuri Sahin, in der Viererkette ersetzte Sebastian Langkamp den gesperrten Milos Veljkovic und in der Offensive bekam Florian Kainz eine neue Chance. Doch die elf Männer, denen Kohfeldt das Vertrauen schenkte, verschafften dem Spiel zunächst nicht den Charakter einer freudigen Geburtstagsparty.

Aggressive Wolfsburger bestimmten das Geschehen, Werder – im 4-3-3 auftretend – fand lange kein Mittel, die eigenen Stärken auszuspielen. In der zwölften Minute verhinderte lediglich der Pfosten einen frühen Rückstand. Nach starker Vorarbeit von Jerome Roussillon, der Yuya Osako locker abhängte, lenkte VfL-Sturmriese Wout Weghorst (1,97 Meter groß) den Ball ans Aluminium. Nichts passiert – da atmeten die Bremer Fans unter den 41.100 Besuchern im ausverkauften Weserstadion erleichtert auf.

Davy Klaassen bejubelt seinen Treffer zum 1:0 gegen den VfL Wolfsburg.

Trotz des deutlichen Warnschusses benötigte Werder weitere 20 Minuten, um nach und nach Sicherheit in die eigenen Aktionen zu bekommen. Nach 14 Minuten initiierten Niklas Moisander und Kainz den ersten flotten Angriff, nach 28 Minuten gab Max Kruse den ersten Bremer Torschuss ab, nach 35 Minuten stand es dann plötzlich 1:0.

Und so war es passiert: Nach einem Doppelpass mit Maximilian Eggestein flankte Theodor Gebre Selassie in die Mitte, wo VfL-Verteidiger Robin Knoche unglücklich in die Mitte abwehrte. Der Niederländer Klaassen rauschte heran und hämmerte den Ball volley ins Netz – es war zu diesem Zeitpunkt eine Führung, die sich gegen die Bezeichnung „glücklich“ nicht wirklich wehren konnte. Aber immerhin: Nach problematischem Beginn mit vielen Fehlpässen und Ballverlusten hatte Werder immer mehr Zugriff auf die Partie erlangt.

Bargfrede überragend stark

„Hinten raus hat Werder dominiert“, analysierte Ex-Nationalspieler Matthias Sammer im Eurosport-Studio, wunderte sich aber über eine um sich greifende Wolfsburger Passivität nach dem starken, vom eigenen Pressing geprägten Start: „Die Mannschaft hat nachgelassen, das war für mich unverständlich. Sich im 4-5-1 in die eigene Hälfte zurückzuziehen, hat den Bremern in die Karten gespielt. Das, was Werder wollte, haben sie in den ersten 15, 20 Minuten nicht bekommen – dann aber schon.“

Den Fehler wollte der VfL natürlich nach der Pause nicht fortsetzen und übte folglich wieder mehr Druck auf Werder aus. Eine Chance für Innenverteidiger John Anthony Brooks (55.) schaffte es in die Notizblöcke der Berichterstatter – ansonsten war es Schiedsrichter Martin Petersen (Stuttgart), der mit umstrittenen Pfiffen gegen die Bremer für Unmut auf den Rängen sorgte. Unter anderem unterband er einen Konter über den überragend starken Bargfrede (59.).

Klaassens Volley ins Glück - Eggesteins erstes Bundesliga-Tor

Werder Bremen gegen VfL Wolfsburg
Werder Bremen gegen VfL Wolfsburg © gumzmedia
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Insgesamt gingen die Platzherren mit der Führung im Rücken aber nur noch sehr dosiert ins Risiko. VfL-Coach Bruno Labbadia brachte in Daniel Ginczek eine frische, wuchtige Offensivkraft, nahm aber Antreiber Yunus Malli vom Feld (59.). Die Mehrzahl der Aktionen gehörte Mitte der zweiten Halbzeit wieder den Wolfsburgern, während sich die Bremer, die eine Woche zuvor in Stuttgart mit nur zehn Mann noch so furios aufgetreten waren, immer weiter zurückzogen. Der VfL kam so zu Chancen durch die Distanzschüsse von Ginczek (71.) und Josip Brekalo (73.) sowie durch einen Kopfball von Knoche (74.).

Auf der Bank spürte Kohfeldt, dass das Team jetzt Hilfe brauchte, und brachte den zwei Tage zuvor 40 Jahre alt gewordenen Claudio Pizarro. Als Anspielstation, als Ruhepol in der Offensive, als Hoffnungsträger für die eine, dann entscheidende Situation. Und tatsächlich: Pizarro war nur Sekunden auf dem Platz, als er zu Klaassen durchsteckte. Der Torschütze legte quer auf Eggestein, der wiederum den besser postierten Osako übersah (77.). Das war Pizarro zum ersten.

Pizarro zum zweiten brachte dann die Entscheidung. Der Älteste auf dem Platz schickte den nur Augenblicke zuvor eingewechselten (und nur halb so alten) Johannes Eggestein, der eiskalt zum 2:0 verwandelte (85.). 40-Jähriger bedient 20-Jährigen – das Mehr-Generationen-Tor als Top-Story des ersten Zu-Null-Sieges der Saison.

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Quelle: DeichStube

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