Vor Werder-Spiel gegen Gladbach

Kruse gegen Kramer - das Kumpel-Duell fällt wohl aus

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Christoph Kramer und Max Kruse sind gute Kumpels. Am Samstag wird es wohl nur am Rande des Platzes ein Wiedersehen geben.

Bremen/M'gladbach - Über Max Kruse, den Werder-Kapitän, hat Christoph Kramer schon oft und viel gesprochen. In einem Interview hat der Gladbach-Profi den ehemaligen Mitspieler (von 2013 bis 2015 gemeinsam bei der Borussia) mal als einzigen echten Freund im Bundesliga-Business bezeichnet.

Dann wieder hat er sich schwer für den zwischenzeitlich als Problem-Profi in Verruf geratenen Kruse ins Zeug gelegt. Gemeinsam haben die beiden auch schon über Silvester einen Australien-Trip unternommen.

Schöne Geschichten zweier Freunde, die am Samstag sicherlich sehr gerne gegeneinander spielen würden. Doch während Max Kruse in der Bremer Offensive gesetzt ist, hat Kramer schlechte Karten bei Gladbach. In den vergangenen drei Liga-Spielen saß der Weltmeister von 2014 nur auf der Bank, lediglich beim Pokal-Desaster gegen Bayer Leverkusen (0:5) rotierte er ins Team. Und heute?

Trainer Dieter Hecking macht dem 27-Jährigen wenig Mut und gibt auf der Sechs vermutlich wieder Tobias Strobl den Vorzug. Kramer sei zwar in den vergangenen Wochen „kein schlechter Fußballer geworden, aber es hat sich eben auch ein anderer Spieler mit guten Leistungen empfohlen“, sagt Hecking. Kramer akzeptiert das, ist aber unglücklich mit der Situation.

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Kramer gönnt sich Ärger auf Trainer Hecking

Im „Bild“-Podcast „Phrasenmäher“ erklärt er: „Es ist eine sehr ungewohnte Phase für mich, weil ich eigentlich – so lange wie ich jetzt Fußball spiele – immer unumstrittener Stammspieler war.“ Doch Rabatz werde er deshalb nicht machen, denn: „Sauer sein – das ist eine Schwäche.“ Allenfalls Ärger auf den Trainer gönnt er sich: „Klar ist im Moment: Natürlich mag ich den Trainer nicht und rege mich richtig auf.“

Dieter Hecking kann das aber locker aushalten: „Ich war doch auch Spieler und weiß, wie das ist. Wenn ich nicht gespielt habe, war der Trainer die Person, die ich nicht sehen wollte. Das Wichtigste ist aber, dass man sich in die Augen schauen kann.“ Noch klappt das, allerdings braucht Kramer statt Zuspruch sicher auch mal wieder einen Bundesliga-Einsatz als seelische Streicheleinheit. Sollte auch am Samstag nicht mal eine Einwechslung für ihn herausspringen, wäre es vielleicht mal an Max Kruse, sich für den Kumpel verbal ins Zeug zu legen.

Max Kruse: Seine Karriere in Bildern

Max Kruse spielt zum zweiten Mal für die Bremer. In der Jugend kickte der Angreifer für den SC Vier- und Marschlande, 2006 wechselte er in die U19 des SV Werder.
Max Kruse spielt zum zweiten Mal für die Bremer. In der Jugend kickte der Angreifer für den SC Vier- und Marschlande, 2006 wechselte er in die U19 des SV Werder. © Gumz
Sein Bundesliga-Debüt bei den Werder-Profis gab Kruse unter Trainer Thomas Schaaf am 29. September 2007 gegen Arminia Bielefeld.
Sein Bundesliga-Debüt bei den Werder-Profis gab Kruse unter Trainer Thomas Schaaf am 29. September 2007 gegen Arminia Bielefeld. © imago
Werder feierte einen 8:1-Kantersieg, Kruse konnte Sturmkollege Markus Rosenberg ein Tor auflegen. Hier jubeln beide nach dem Treffer.
Werder feierte einen 8:1-Kantersieg, Kruse konnte Sturmkollege Markus Rosenberg ein Tor auflegen. Hier jubeln beide nach dem Treffer. © imago
Der Durchbruch gelang dem Angreifer in Bremen aber nicht. Kruse wechselte 2009 von der Weser nach Hamburg zum FC St. Pauli.
Der Durchbruch gelang dem Angreifer in Bremen aber nicht. Kruse wechselte 2009 von der Weser nach Hamburg zum FC St. Pauli. © imago
Bei den „Kiezkickern“ hielt es den gebürtigen Hamburger drei Jahre, dann folgte der Wechsel zum SC Freiburg.
Bei den „Kiezkickern“ hielt es den gebürtigen Hamburger drei Jahre, dann folgte der Wechsel zum SC Freiburg. © imago
Die Freiburger reichten Kruse nach einer Saison weiter an Borussia Mönchengladbach. Dort spielte der Stürmer bis 2015, ehe sich der VfL Wolfsburg die Dienste des Offensivmannes sicherte.
Die Freiburger reichten Kruse nach einer Saison weiter an Borussia Mönchengladbach. Dort spielte der Stürmer bis 2015, ehe sich der VfL Wolfsburg die Dienste des Offensivmannes sicherte. © imago
Im August 2016 dann die Rückkehr. Kruse unterschrieb beim SV Werder.
Im August 2016 dann die Rückkehr. Kruse unterschrieb beim SV Werder. © gumzmedia
Nach einer langen Verletzungspause zu Beginn der Saison startete Kruse richtig durch. Allein in der Rückrunde erzielte der Stürmer 13 Tore.
Nach einer langen Verletzungspause zu Beginn der Saison startete Kruse richtig durch. Allein in der Rückrunde erzielte der Stürmer 13 Tore. © gumzmedia
Beim 4:2-Sieg gegen den FC Ingolstadt am 30. Spieltag gelang dem begehrten Torjäger sogar ein Viererpack - sorgte im Alleingang für drei Punkte.
Beim 4:2-Sieg gegen den FC Ingolstadt am 30. Spieltag gelang dem begehrten Torjäger sogar ein Viererpack - sorgte im Alleingang für drei Punkte. © gumzmedia
Zu Beginn der Saison 2017/18 lief es aber noch nicht so rund - und Kruse brach sich am vierten Spieltag sein Schlüsselbein. Nur fünf Wochen später stand er aber schon wieder auf dem Platz.
Zu Beginn der Saison 2017/18 lief es aber noch nicht so rund - und Kruse brach sich am vierten Spieltag sein Schlüsselbein. Nur fünf Wochen später stand er aber schon wieder auf dem Platz. © gumzmedia
Im vierten Spiel nach seiner Verletzung war er dann wieder komplett zurück: Kruse gelang ein lupenreiner Hattrick beim 4:0-Sieg über Hannover 96 am zwölften Spieltag.
Im vierten Spiel nach seiner Verletzung war er dann wieder komplett zurück: Kruse gelang ein lupenreiner Hattrick beim 4:0-Sieg über Hannover 96 am zwölften Spieltag. © gumzmedia
Max Kruse ist nun nicht mehr nur Torjäger sondern agiert in der Saison 2017/18 viel zwischen den Abwehrlinien als Ballverteiler.
Max Kruse ist nun nicht mehr nur Torjäger sondern agiert in der Saison 2017/18 viel zwischen den Abwehrlinien als Ballverteiler. © gumzmedia
Im August 2018 ernannte Trainer Florian Kohfeldt Max Kruse zum neuen Werder-Kapitän.
Im August 2018 ernannte Trainer Florian Kohfeldt Max Kruse zum neuen Werder-Kapitän. © gumzmedia

Quelle: DeichStube

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