Nach 1:2-Niederlage in Mainz

Kommentar: Werder muss härter werden - auch zu sich selbst

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Das Team um Kapitän Max Kruse verlor am Sonntag völlig verdient 1:2 in Mainz.

Ein Kommentar von Björn Knips. Eigentlich ist doch alles gut: Werder steht nach zehn Spieltagen auf Platz sechs, das würde für das Ziel Europa reichen. Und vor der Saison hätte wohl jeder, der es mit Werder hält, diese Zwischenbilanz als super bezeichnet.

Damals waren die sechs Jahre Abstiegskampf eben noch präsenter. Nun wurde aber schon von mehr geträumt, Werder als Spitzenmannschaft gesehen. Verantwortlich dafür war die Mannschaft selbst – inklusive Trainer Florian Kohfeldt. Es lief einfach zu gut. Es wurde nicht nur mehr als ordentlich gepunktet, sondern auch begeisternder Fußball gespielt.

Die intensive Arbeit im Sommer hatte sich auch dank einer sehr guten Transferpolitik mehr als bezahlt gemacht. Werder war bundesweit die Entdeckung der Saison, manche machten die Bremer sogar zu den Rettern des Fußballs. Endlich verkündet mal ein Club, der nicht FC Bayern heißt, hohe Ziele, spielt mutig nach vorne – und versucht nicht, wie ein Großteil der Liga, in erster Linie Niederlagen zu verhindern. Nein, Werder will gewinnen. Und zwar immer!

Kohfeldt sollte früher im Spiel auf Fehlentwicklungen reagieren

Aber wo war dieser Siegeswille bloß in Mainz? War er im Bus geblieben, weil einer die Tür zu früh zugemacht hatte? Quatsch! Die Mannschaft hat sich nach den Lobeshymnen der vergangenen Monate schlichtweg überschätzt und gedacht: Diese 2:6-Heimklatsche gegen Leverkusen war ein Ausrutscher, es läuft doch längst wieder. Als vermeintlicher Beweis diente der souveräne Pokalerfolg gegen Weiche Flensburg. Doch wenn Siege über einen Viertligisten überbewertet werden, wird so ein Spiel sogar im Nachhinein noch zu einer gefährlichen Angelegenheit.

Die Erkenntnis aus dem Spiel in Mainz muss sein: Die Mannschaft muss auf dem Platz wieder mehr investieren, ansonsten funktioniert der anspruchsvolle Kohfeldt-Fußball nämlich nicht. Und der Trainer sollte früher im Spiel auf Fehlentwicklungen reagieren. Es ist zwar sehr rücksichtsvoll, wenn er - wie gegen Leverkusen - junge Spieler wie Marco Friedl schützen oder der enttäuschenden Startelf in Mainz auch nach der Pause noch eine zweite Chance geben will, aber die Bundesliga kennt da keine Gnade. Über Erfolg und Misserfolg entscheiden nun mal nur Nuancen. Werder muss härter werden – auch zu sich selbst.

Quelle: DeichStube

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