Werder schockt sich selbst beim 1:2

„Jetzt müssen wir aufpassen“

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Claudio Pizarro und Johannes Eggestein produzierten noch den Anschlusstreffer, doch am Ende jubelten die Mainzer.

Mainz - Dem schlechten Spiel folgte wenigstens eine gute Analyse der Verlierer – inklusive einer deutlichen Warnung des Trainers. „Wir müssen jetzt aufpassen“, mahnte Werder-Coach Florian Kohfeldt nach der ebenso verdienten wie ärgerlichen 1:2 (0:1)-Niederlage beim FSV Mainz 05.

Es war schließlich die zweite Bundesliga-Pleite in Folge. Weil die Bremer dabei viele Basics vermissen ließen, gibt es durchaus Grund zur Sorge, dass es jetzt abwärts geht. Aber noch ist Werder Tabellensechster und damit weiter auf Euro-Kurs.

„Die erste Halbzeit war die schlechteste, die wir in dieser Saison gespielt haben. Wir haben keinen Fußball gespielt, keine Zweikämpfe gewonnen – das war ganz schlecht“, urteilte Claudio Pizarro, der die Partie lange Zeit von der Bank aus verfolgt hatte.

Seine Kollegen aus der Startelf äußerten sich ähnlich und waren ratlos – wie zum Beispiel Maximilian Eggestein: „Ich weiß nicht, woran es gelegen hat.“ Die sportlich Verantwortlichen wussten es dagegen schon und sprachen es auch deutlich aus. „Wenn du nicht zu 1.000 Prozent fokussiert bist, dann kann so etwas passieren“, kritisierte Sportchef Frank Baumann. Und Kohfeldt wunderte sich: „Solche Spiele musst du mit Schaum vorm Mund angehen. Das haben wir nicht gemacht.“

Kohfeldt nimmt sich selbst in die Kritik

Das klingt nach einem Einstellungsproblem, nach Überheblichkeit und zu großem Vertrauen in die eigene Stärke. Doch Kohfeldt wollte die Mentalität seiner Spieler nicht infrage stellen. Er will lieber in der Vorbereitung auf die Partie Gründe für die schwache erste Hälfte suchen und dann gegensteuern. Er nahm sich damit ausdrücklich selbst mit in die Kritik. Das galt auch für das Thema Wechsel. In Mainz hatte der Coach sogar noch länger mit einer Reaktion auf den schwachen Auftritt seiner Mannschaft gewartet als gegen Leverkusen. Mit Folgen. 

Mainz erhöhte durch Jean-Philippe Gbamin auf 2:0 (51.), erst dann durften Claudio Pizarro und Johannes Eggestein für die schwachen Florian Kainz und Yuya Osako ran. Kohfeldts Begründung: „Ich wollte den Jungs die Chance geben, es besser zu machen.“ Als Fehler wollte er das zwar nicht bezeichnen, sagte aber zumindest: „Fakt ist, wenn wir 1:2 verlieren, dann kann auch ich nicht alles richtig gemacht haben.“

Nach dem tollen Saisonstart ist Werder plötzlich aus der Spur geraten. Die 2:6-Heimpleite gegen Leverkusen hat ziemlich weh getan, wurde aber mit dem 5:1-Erfolg im Pokal beim Regionalligisten Weiche Flensburg eigentlich gut verarztet. Doch die Bremer begannen in Mainz so zurückhaltend wie lange nicht bei einem Gastspiel, ließen das Geschehen mehr über sich ergehen, als es wie sonst gestalten zu wollen.

Baumann bezeichnete das sogar mit dem im Fußball so gefürchteten Wort „pomadig“. Zum Glück flutschte es bei den Gastgebern auch nicht wirklich, so dass sie noch eine Sondereinladung zum 1:0 benötigten. Ausgerechnet der wiedergenesene Niklas Moisander patzte. Mr. Zuverlässig schlug bei einer Brosinski-Hereingabe ein so großes Luftloch, wie wahrscheinlich noch nie in seiner Karriere. Das nutzte Jean-Philippe Mateta zum 1:0 (25.).

Jojo Eggestein bediente Pizarro

Von Werder war im Angriff erst nach den Wechseln wirklich etwas zu sehen – und dafür waren die beiden Neuen auch gemeinsam verantwortlich. Johannes Eggestein bediente Pizarro – schon stand es nur noch 1:2 aus Bremer Sicht (78.). Zeit war eigentlich noch ausreichend vorhanden, aber Werder spielte zu umständlich. Nur Max Kruse schoss noch einmal gefährlich aufs Tor. Der Kapitän enttäuschte genauso wie fast alle Leistungsträger der vergangenen Wochen. Werder war einfach nicht wiederzuerkennen.

Einzelkritik: Klaassen nur ein Schatten seiner selbst - andere aber auch

„Jetzt sind wir in der Realität angekommen“, seufzte Maximilian Eggestein. Eine Erkenntnis, die doch ziemlich frustrierend klang. Auch Klaassen präsentierte sich extrem bedient, versprach aber: „Das war ein Ausrutscher! Das wird uns nicht wieder passieren.“ Ähnlich hatten sich die Bremer schon nach dem 2:6 geäußert, am Samstag im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach wird ihre Aussage erneut überprüft.

Fotostrecke: 1:2-Pleite - Werder enttäuscht in Mainz

Werder Bremen gegen Mainz 05.
Werder Bremen gegen Mainz 05. © dpa
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Werder Bremen gegen Mainz 05.
Werder Bremen gegen Mainz 05. © gumzmedia
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Werder Bremen gegen Mainz 05.
Werder Bremen gegen Mainz 05. © dpa
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Werder Bremen gegen Mainz 05.
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Quelle: DeichStube

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