Kohfeldt glaubt: Die Gegner achten mehr auf den US-Amerikaner

So macht Werder Sargent wach

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Joash Sargent, Stürmer des SV Werder Bremen, leidet nach seiner Länderspielreise an einem Jetlag.

Bremen – Florian Kohfeldt, Trainer des SV Werder Bremen, lacht die Frage erst mal ein bisschen weg: „Eben hatte er die Augen auf.“

Doch der Coach will gar nicht verhehlen, dass Josh Sargent gerade besonders im Blickpunkt steht und sich tatsächlich die Frage stellt: Ist der erst 19-jährige US-Amerikaner nach seiner Länderspielreise in die Heimat wirklich wach genug für das Bundesliga-Heimspiel am Samstag gegen Hertha BSC? Kohfeldt gibt nicht nur eine interessante Antwort, sondern garniert sie auch noch mit dem Hinweis, dass Sargent bereits mal wieder den nächsten Schritt in seiner Entwicklung gemacht hat.

„Josh ist jetzt auf einem Niveau, auf dem ihn auch die anderen Mannschaften beachten“, findet Kohfeldt und nennt dafür auch Beispiele: „Nehmen wir das Frankfurt-Spiel. Josh hat nicht durchgehend ein gutes Spiel gemacht. Aber er hatte eine Aktion, die einfach unglaublich und der entscheidende Faktor zum ersten Tor war. Dieser Querlauf, dieser Lauf in die Tiefe – das war top.“ Gleiches gelte für seinen Treffer gegen Augsburg. Das würde die Konkurrenz wahrnehmen, behauptet Kohfeldt: „Das sorgt für eine Reaktion beim Gegner.“

Werder Bremen: Sargent profitiert von verletzungsbedingten Ausfällen

Allerdings: Sargent müsse diese Momente nicht nur immer wieder bestätigen, sondern sie in der Quantität steigern: „Josh muss daran arbeiten, so etwas konstanter zu bringen. Er muss im Spiel noch effektiver sein, darf nicht nur ein, zwei, drei Aktionen davon haben, sondern im Idealfall sieben bis zehn.“ Sargent, der in dieser Saison erst ein Tor auf seinem Konto hat, sei da auf einem guten Weg und profitiere sehr davon, dass er durch die vielen verletzungsbedingten Ausfälle plötzlich so viel Spielzeit bekommt. Würde ein Niclas Füllkrug nicht mit einem Kreuzbandriss ausfallen und sich Yuya Osako noch von einer Muskelverletzung erholen, wäre Sargent nicht unbedingt ein Startelf-Kandidat.

Werder Bremen: Sargent war für die USA in der in der Nations League im Einsatz

Jetzt ist er es – und das trotz seiner Reisestrapazen. Mit denUSA war er zuletzt in der Nations League des CONCACAF im Einsatz, erst in Washington gegen Kuba (7:0-Sieg), dann in Toronto gegen Kanada (0:2-Pleite). Der Stürmer kam jeweils über die volle Spielzeit zum Einsatz, durfte sich gegen Kuba über ein Tor freuen, musste sich aber gegen Kanada über die erste Niederlage der USA gegen Kanada seit 34 Jahren ärgern. Diese Belastung im Spiel sei im Fall Sargent jedoch nebensächlich, merkt Kohfeldt an: „Sein Problem ist mehr die Zeitverschiebung.“ Sechs Stunden beträgt der Unterschied zwischen Bremen und Washington beziehungsweise Toronto. Da wartet in der Ankunftshalle am Airport in der Hansestadt eigentlich ein schöner Jetlag auf den Profi des SV Werder Bremen.

„Man muss bedenken, dass Josh keine jahrzehntelange Erfahrung damit hat“, mahnt Kohfeldt: „Erst dann spielt sich eine Routine ein, dann weiß man selbst, was für seinen Körper das beste ist.“ Ein Claudio Pizarro kennt einen Jetlag wahrscheinlich nur noch aus Erzählungen, so oft ist der 41-Jährige schon zwischen den Kontinenten hin- und hergeflogen, um dann sofort wieder 100 Prozent auf dem Platz geben zu können. Für den erst 19-jährigen Sargent ist das noch Neuland. Und so wichtig wie aktuell war er für Werder Bremen wahrscheinlich auch noch nicht.

Werder Bremen: haben bei Sargent „Maßnahmen ergriffen“

Die Bremer haben aber vorgesorgt und „Maßnahmen ergriffen“, berichtet Kohfeldt: „Es ist eine Art Schlaf-Management. Josh soll nicht erst in Deutschland wieder seinen Schlaf-Rhythmus anpassen.“ Natürlich die Bremer darüber nicht nur mit Sargent gesprochen, sondern auch mit dem amerikanischen Fußball-Verband. Schließlich soll der Stürmer auch in den USA wach sein. „Es muss für alle Beteiligten sinnvoll sein“, sagt der Werder-Coach.

Wenn der Plan aufgegangen ist, dann sollte Sargent direkt nach seiner Rückkehr am Donnerstag sofort wieder eine ganz normale Nacht in Bremen haben. Kohfeldt ist jedenfalls sehr optimistisch: „Ich würde ihn mit vollem Vertrauen am Samstag ins Spiel schicken.“ Und scherzhaft fügt er noch an: „Wichtig ist ja auch nur, dass er am Samstag um 15.30 Uhr die Augen offen hat . . .“ (kni)

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